Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 19. Jh.
- Material / Technik
- Holz (geschnitzt)
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 127 x 64 x 39 cmGewicht: 17,76 kg
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/214527
Objektbeschreibung
Béhanzin war der letzte
unabhängige König von Dahomey, einem westafrikanischen Königreich im Süden der
heutigen Republik Benin. Durch diplomatische Geschenke an den deutschen Kaiser
Wilhelm II. versuchte Béhanzin, diesen dazu zu bewegen, mäßigend auf Frankreich
einzuwirken, von dem er eine drohende Invasion befürchtete. Béhanzin bot dem
Kaiser als Gegenleistung für seine Unterstützung gegen Frankreich die Förderung
seiner wirtschaftlichen und kolonialen Interessen in Dahomey an. Neben
prestigeträchtigen silbernen Armringen (III C 5548 a,b), einem Säbel (III C
5547), einem Regenschirm (III C 5546), einem Thron (III C 5550), mehreren
Textilien (III C 5551 a-d) und Ledertaschen (III C 5549 a,b), die alle dem
damaligen Königlichen Museum für Völkerkunde übergeben wurden, „schenkte“
Béhanzin auch vier Knaben. Über das Schicksal der Kinder ist im Archiv des
Museums nichts überliefert. Aus Akten des Reichskolonialamtes geht jedoch
hervor, dass die Jungen auf Kosten des Auswärtigen Amtes die deutsche Schule in
Klein Popo (heute Anécho in Togo) besuchten. Es gelang Béhanzin nicht, Wilhelm
II. als Vermittler im Konflikt mit Frankreich zu gewinnen. Nach zwei Jahren
endete der sogenannte Zweite Französisch-Dahomeyische Krieg 1894 mit der
Kapitulation Dahomeys und der Exilierung König Béhanzins.
Letzte Aktualisierung: 03.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Ethnologisches Museum
E-Mail:
em@smb.spk-berlin.de