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Lunulaförmiger Ohrring mit dreieckigem Einsatz aus dem "Mainzer Goldschmuck"

Ident. Nr.: O-1961,56

ObjID: obj:2224677

Details (Expert)

Datierung
1. Hälfte 11. Jahrhundert
Abmessungen
Höhe x Breite: 3,47 x 3,86 cm
Gewicht: 9,84 g
Erwerbung
Am 1. September 1912 für das geplante Deutsche Museum der Königlichen Museen zu Berlin erworben.

Objektbeschreibung

Der Ohrring ist das Pendant zu dem seit 1945 nur noch fragmentarisch erhaltenen Ohrring Inv. Nr. O-1961,57. Beide Stücke waren ursprünglich baugleich. Der erhaltene Ohrschmuck hat die Gestalt einer dicken Mondsichel (Lunula) mit stark eingezogenen Spitzen. Darin sitzt je eine leicht in die Länge gezogene, à-jour gearbeitete Filigranperle aus flach geschlagenem Perldraht mit einer angelöteten Ringöse. Der Anschluss der Perlen an den Ohrring wird vorn von einem Kränzen aus Granalien begleitet, die Ringöse setzt sich im Inneren der Perle als Stab fort, der an der Ohrringspitze
angelötet ist. Den äußeren Bogen der Lunula umzieht ein Fries kleiner gerippter Ösen, durch die einst ein Draht für die Befestigung von Perlen gezogen war. Eine verkohlte Perle hat sich am unteren Rand erhalten. In der inneren Biegung der Mondsichel ist ein dreieckiger, durchbrochen gearbeiteter Einsatz mit Perlen- und Steinbesatz montiert. Beide Seiten des Ohrrings sind sorgfältig und fein ausgearbeitet und tragen unterschiedlichen Zierrat, die eine mit Filigran und prächtigem Edelsteinbesatz, die andere mit farbigen Emails und einem dominanten
Stein im Einsatz über der Lunula. So ist es nicht möglich, von einer Vorder- und Rückseite zu sprechen. Bei diesem Ohrring konnten beide Seiten nach außen getragen werden. BF/HWA
(Vgl. Der Mainzer Goldschmuck. Ein Kunstkrimi aus der deutschen Kaiserzeit, hg. von Theo Jülich, Lothar Lambacher und Kristine Siebert, Regensburg 2017, S. 177-181 Nr. 15)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa