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Trompeter zu Pferde. Miniatur aus der Sammlung Loewe

Ident. Nr.: A III 733/31

ObjID: obj:2260068

Details (Expert)

Beteiligte
Wilhelm Emelé (1830 - 1905),
Maler*in
Datierung
1882
Provenienz
Kauf: Stadtrat Albert Loewe und seine Ehefrau Anna Loewe, geb. Wallach, Berlin (Auftraggeber),
1882–1897
Material / Technik
Öl auf Metall
Abmessungen
Höhe x Breite: 4,6 x 4,3 cm
Erwerbung
1897 Vermächtnis des Stadtrats Albert Loewe und seiner Ehefrau Anna Loewe, geb. Wallach, Berlin, als Teil einer Sammlung von 219 Miniaturen

Objektbeschreibung

Als einen »aufrichtigen Kunstfreund« bezeichnete Anton von Werner (Erlebnisse und Eindrücke, Berlin 1913, S. 131) rückblickend den Berliner Stadtrat Albert Friedrich Theodor Loewe (gestorben 1897). Der Kommunalpolitiker, dem unter anderem die städtischen Kunstangelegenheiten oblagen, förderte mit seiner Frau Anna Dorothea, geborene Wallach (gestorben 1886), auch privat die zeitgenössische Kunst. Das Ehepaar »besaß außer Bildern von H. v. Angeli und anderen hervorragenden Künstlern eine ganz eigenartige Sammlung von Miniatur-Ölgemälden, die [Loewe] bei den bekanntesten Malern des In- und Auslands bestellte und zu deren Einrahmung er die großen Schnallen in vergoldeter Silberfiligranarbeit verwandte, die in älteren Zeiten von den oberbayerischen und Tyroler Bauern getragen wurden« (ebd., S. 131). Gemeint sind Hutschnallen, die, mit Rosetten oder edelsteinimitierendem Glas besetzt, in der oberschwäbischen oder oberpfälzischen Männertracht zu Beginn des 19. Jahrhunderts gebräuchlich waren. Durch eine Entfernung des mittleren Stegs, über den sonst das seidene Hutband gefädelt wurde, waren die Schnallen in dekorative Schmuckrahmen umgewandelt worden. In Loewes Wohnung in der Victoriastraße 13 konnten die Besucher neun Tafeln mit je 23 bis 25 Miniaturen bewundern, von der jede in einen solchen Schmuckrahmen gefaßt war.
Die insgesamt 219 zwischen circa 1865 und 1885 in Öl auf Metall, Malkarton, Holz oder Elfenbein ausgeführten Bildchen spiegeln dabei den bürgerlichen Geschmack der Zeit. Die Sammlung habe »durchaus den Charakter einer Spielerei« (SMB-ZA, I/NG 992, Journal-Nr. 1897/667, Bl. 170), urteilte Hugo von Tschudi, Direktor der Nationalgalerie, bei der Sichtung der Sammlung nüchtern. Szenen aus der klassischen Mythologie, wie Prellers »Prometheus« (Inv.-Nr. A III 733/150), bilden die Ausnahme. Es überwiegen unterhaltsame Genremotive, Frauen- und Kinderköpfe, Tier- und Landschaftsdarstellungen. Der größte Anteil der Arbeiten stammt von Künstlern aus Berlin, München und Düsseldorf. Loewe konnte für seine Sammlung unter anderem die Brüder Andreas und Oswald Achenbach gewinnen, Alfred Brendel, Wilhelm Gentz, Adolph von Menzel, Leon Pohle, Franz Skarbina, Carl Steffeck, Lawrence Alma Tadema oder Anton von Werner. Die Liste der beteiligten Maler liest sich wie ein ›Who is Who‹ der akademischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Gleichzeitig geben die Miniaturen Rückmeldung über Loewes soziales Netzwerk: So sind unter den wenigen Bildnissen Porträts von Bismarck (Inv.-Nr. A III 733/15 und 136) und Moltke (Inv.-Nr. A III 733/105) erhalten, des befreundeten Münchner Hofbuchhändlers Ackermann und seiner Ehefrau (Inv.-Nr. A III 733/39 und 40) sowie des Berliner Oberbürgermeisters Max von Forckenbeck (Inv.-Nr. A III 733/98).
Nach Loewes Tod 1897 fiel die umfängliche Sammlung an die Nationalgalerie. Von den weiteren 24 Ölgemälden der Loeweschen Kunstsammlung nahm Tschudi nur zehn ausgewählte Arbeiten an (drei Werke davon wurden vermutlich später getauscht, vier weitere zählen zum Kriegsverlust). Die abgelehnten 14 Arbeiten dürften mit dem restlichen Nachlaß im Dezember 1897 bei Lepkes Auktion 1114 versteigert worden sein. | Regina Freyberger

Letzte Aktualisierung: 19.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Die Eltern des Künstlers

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Mit der romantischen Rückbesinnung auf Traditionen der altdeutschen und altitalienischen Malerei wurden zugleich Bildtypen und Ornamentformen revitalisiert, die am Ausgang des Mittelalters und der frühen Neuzeit die künstlerische Gestaltgebung bestimmt hatten. Dazu gehören das Tondo ebenso wie die Schmuckform der Arabeske. Schon Philipp Otto Runge hatte wieder auf eine die Bildaussage vertiefende Allegorisierung mittels arabeskem Rahmenornament zurückgegriffen. Für das Doppelbildnis seiner Eltern, des kurpfälzischen Amtmanns Franz Anton Peter Begasse (1764–1842) und dessen Ehefrau, Susanne Henriette, geborene Hofstadt (1769–1851), nutzte der noch ganz von nazarenischen Idealen durchdrungene Begas sowohl das Rahmenornament auf goldenem Grund als auch die Pathosformel strenger Profilbildnisse im Rund eines verdoppelten Tondos, dessen Ursprünge bis in die antike Medaillenkunst zurückreichen. Auf diese Weise gelingt es dem Künstler, das Elternpaar ins Ideale zu verklären, ohne dabei auf die sachliche Beobachtung der Details mit all ihren stofflichen Reizen und auf eine liebevolle Erfassung ihrer individuellen, vom Alter gezeichneten Gesichtszüge verzichten zu müssen. Die plastisch herausmodellierten Köpfe, die vor dunklem Grund einander gegenübergestellt sind, werden durch die allegorischen Anspielungen auf der Rahmenleiste miteinander in Verbindung gebracht: Oben in der Mitte sind es die Genien des häuslichen Fleißes und der Gerechtigkeit, die ausgestattet mit den Attributen Spinnrocken und Blütenkranz bzw. Waagschale auf die Wirkungsbereiche der Mutter im Hause und des Vaters im Amte verweisen. Auch die anderen Symbolfiguren beziehen sich auf Charakterzüge der Eltern: Links neben der Mutter sind es das Lamm als Zeichen christlicher Demut sowie der Bienenkorb und das Eichhörnchen als Metaphern des Fleißes und der häuslichen Fürsorge, während der sich seinen Jungen opfernde Pelikan und der Hund, als Zeichen der Opferbereitschaft und Treue, dem Vater zugeordnet sind. Das auf einem festen Fundament ruhende Genienpaar unten in der Mitte versteht sich hingegen als eine allgemeine Allegorie der Ehe. – Beim Berliner Bild handelt es sich um eine Replik nach dem Original im Wallraf-Richartz-Museum zu Köln. | Gerd-Helge Vogel

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Hans Rosenhagen

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Das Jahr 1899 war für den Maler Lovis Corinth von entscheidender Bedeutung. Die Jury der Münchner Secession, der er seit ihrer Gründung 1892 angehörte, wies sein Bild »Salome mit dem Haupte des Johannes« (Harvard University, Cambridge, Massachusetts) von ihrer Ausstellung zurück. Walter Leistikow jedoch, der gerade in München für die neugegründete Berliner Secession warb, war von dem Bilde begeistert und erbat es für die nächste Ausstellung dort. Corinths Übersiedelung nach Berlin war angebahnt.Das Jahresende 1899 verbrachte Corinth in Berlin. Er arbeitete in Leistikows Atelier in der Körnerstraße 26 an verschiedenen Porträts. Leistikow auch stellte den Kontakt zur Berliner Gesellschaft her. Am 28. Dezember berichtete Corinth nach München: »Durch die Salons schwimme ich wie ein Hecht, als wenn ich mich nie in anderen Kreisen bewegt hätte. Meine Erfolge hier habe ich Leistikow zu danken, bei dem ich auch viel bin« (L. Corinth, Eine Dokumentation, Tübingen 1979, S. 58). Über Leistikow lernte Corinth den Berliner Kunstkritiker Hans Rosenhagen und dessen Mutter kennen. Rosenhagen war nicht nur Herausgeber der Zeitschrift »Das Atelier«, er schrieb Artikel zur Berliner Kunst für die Zeitschrift »Die Kunst für Alle«, später auch Rezensionen über die Ausstellungen der Berliner Secession und der Galerie Cassirer. Corinth malte Hans Rosenhagen (1858–1943) am 25. Dezember in dessen Berliner Wohnung (Nationalgalerie Berlin, Inv.-Nr. A II 994). Mit merklich größerer malerischer Freiheit und Freude hatte er zuvor schon, im November, das Bildnis der Mutter gemalt (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A II 532). Er hatte sie darum gebeten, wie überliefert ist, für dieses Bildnis ihr rot changierendes Kleid anzuziehen. Der warme Farbklang des Kleides wiederholt sich im Bild bei Tisch und Stuhl und dem Sofakissen und betont die Blässe des Gesichts. Dessen Tonigkeit variiert Corinth in der Decke und der hellen Gardine. Mutter Rosenhagen aber war mehr als ein Modell, wie wir aus einem Brief von Hans Rosenhagen an Charlotte Corinth von 1931 erfahren: Corinth »widmete ihr sogleich eine besondere Zuneigung, die aufrichtig erwidert wurde. Sah meine Mutter doch – sie stammte aus Westpreußen – in Corinth so etwas wie einen halben Landsmann« (Ch. Berend-Corinth, Lovis Corinth, München 1992, S. 219). | Angelika Wesenberg