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Gebirgslandschaft. Miniatur aus der Sammlung Loewe

Ident. Nr.: A III 733/38

ObjID: obj:2260098

Details (Expert)

Beteiligte
Eduard Gustav Gleim (1812 - 1899),
Maler*in
Datierung
1880
Provenienz
Kauf: Stadtrat Albert Loewe und seine Ehefrau Anna Loewe, geb. Wallach, Berlin (Auftraggeber),
1880–1897
Material / Technik
Öl auf Metall
Abmessungen
Höhe x Breite: 6,4 x 6,4 cm
Erwerbung
1897 Vermächtnis des Stadtrats Albert Loewe und seiner Ehefrau Anna Loewe, geb. Wallach, Berlin, als Teil einer Sammlung von 219 Miniaturen

Objektbeschreibung

Als einen »aufrichtigen Kunstfreund« bezeichnete Anton von Werner (Erlebnisse und Eindrücke, Berlin 1913, S. 131) rückblickend den Berliner Stadtrat Albert Friedrich Theodor Loewe (gestorben 1897). Der Kommunalpolitiker, dem unter anderem die städtischen Kunstangelegenheiten oblagen, förderte mit seiner Frau Anna Dorothea, geborene Wallach (gestorben 1886), auch privat die zeitgenössische Kunst. Das Ehepaar »besaß außer Bildern von H. v. Angeli und anderen hervorragenden Künstlern eine ganz eigenartige Sammlung von Miniatur-Ölgemälden, die [Loewe] bei den bekanntesten Malern des In- und Auslands bestellte und zu deren Einrahmung er die großen Schnallen in vergoldeter Silberfiligranarbeit verwandte, die in älteren Zeiten von den oberbayerischen und Tyroler Bauern getragen wurden« (ebd., S. 131). Gemeint sind Hutschnallen, die, mit Rosetten oder edelsteinimitierendem Glas besetzt, in der oberschwäbischen oder oberpfälzischen Männertracht zu Beginn des 19. Jahrhunderts gebräuchlich waren. Durch eine Entfernung des mittleren Stegs, über den sonst das seidene Hutband gefädelt wurde, waren die Schnallen in dekorative Schmuckrahmen umgewandelt worden. In Loewes Wohnung in der Victoriastraße 13 konnten die Besucher neun Tafeln mit je 23 bis 25 Miniaturen bewundern, von der jede in einen solchen Schmuckrahmen gefaßt war.
Die insgesamt 219 zwischen circa 1865 und 1885 in Öl auf Metall, Malkarton, Holz oder Elfenbein ausgeführten Bildchen spiegeln dabei den bürgerlichen Geschmack der Zeit. Die Sammlung habe »durchaus den Charakter einer Spielerei« (SMB-ZA, I/NG 992, Journal-Nr. 1897/667, Bl. 170), urteilte Hugo von Tschudi, Direktor der Nationalgalerie, bei der Sichtung der Sammlung nüchtern. Szenen aus der klassischen Mythologie, wie Prellers »Prometheus« (Inv.-Nr. A III 733/150), bilden die Ausnahme. Es überwiegen unterhaltsame Genremotive, Frauen- und Kinderköpfe, Tier- und Landschaftsdarstellungen. Der größte Anteil der Arbeiten stammt von Künstlern aus Berlin, München und Düsseldorf. Loewe konnte für seine Sammlung unter anderem die Brüder Andreas und Oswald Achenbach gewinnen, Alfred Brendel, Wilhelm Gentz, Adolph von Menzel, Leon Pohle, Franz Skarbina, Carl Steffeck, Lawrence Alma Tadema oder Anton von Werner. Die Liste der beteiligten Maler liest sich wie ein ›Who is Who‹ der akademischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Gleichzeitig geben die Miniaturen Rückmeldung über Loewes soziales Netzwerk: So sind unter den wenigen Bildnissen Porträts von Bismarck (Inv.-Nr. A III 733/15 und 136) und Moltke (Inv.-Nr. A III 733/105) erhalten, des befreundeten Münchner Hofbuchhändlers Ackermann und seiner Ehefrau (Inv.-Nr. A III 733/39 und 40) sowie des Berliner Oberbürgermeisters Max von Forckenbeck (Inv.-Nr. A III 733/98).
Nach Loewes Tod 1897 fiel die umfängliche Sammlung an die Nationalgalerie. Von den weiteren 24 Ölgemälden der Loeweschen Kunstsammlung nahm Tschudi nur zehn ausgewählte Arbeiten an (drei Werke davon wurden vermutlich später getauscht, vier weitere zählen zum Kriegsverlust). Die abgelehnten 14 Arbeiten dürften mit dem restlichen Nachlaß im Dezember 1897 bei Lepkes Auktion 1114 versteigert worden sein. | Regina Freyberger

Letzte Aktualisierung: 19.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

E-Mail:

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Edward T. Pearson

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Knabe am Schreibtisch

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Läuferin

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Der aus Riga stammende Starck begann sein Studium in Stuttgart und wechselte 1887 an die Berliner Hochschule für die bildenden Künste. Dort studierte er bei Albert Wolff, Fritz Schaper und Ernst Herter, von 1891 bis 1898 war er Meisterschüler von Reinhold Begas. Sein 1891 entstandener „Flötenspieler“ weist noch letzte Wurzeln im Neobarock auf, ehe sich der Bildhauer verstärkt einer neoklassizistischen Formensprache zuwandte, wie sie in seiner Bronze „Träumerei“ (1898, B I 129) oder auch in der polychrom gefassten Marmorarbeit „Die Quelle“ (1903, B I 200) zu beobachten ist. Die kleinformatige Statuette einer antikisierend gestalteten Läuferin im weiten Ausfallschritt und mit erhobenem rechten Arm wurde 1928 vom Kultusminister für die Nationalgalerie angekauft. In Starcks handschriftlichem Werkverzeichnis (NL Starck, vgl. Sabine Hannesen, Der Bildhauer Constantin Starck (1866–1939). Leben und Werk, Frankfurt am Main 1991, Kat. Nr. 154) lautet der Titel „Läuferin“; in anderer Literatur werden auch „Im Ziel“, „Am Ziel“ oder „Durchs Ziel“ genannt. Der Originalgips befindet sich im Besitz der Erben des Künstlers in Berlin. Nicht zuletzt durch die Statuetten der Bildhauerin René Sintenis (vgl. etwa „Der Läufer Nurmi“, B I 463) erfreuten sich in der Weimarer Republik Darstellungen von Sportlern zunehmend großer Beliebtheit. Starck betrieb häufig Studien auf Sportplätzen, die er mehrfach in entsprechende Motive umsetzte und teilweise lebensgroß ausführte: Golfspielerinnen, Tennisspielerinnen und andere, von denen manche auch in kleinformatigen Wiederholungen angeboten wurden. Vom vorliegenden Motiv ist keine großformatige Version bekannt. | Yvette Deseyve und Bernhard Maaz