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Minnekästchen

Ident. Nr.: F 1489

ObjID: obj:2260779

Details (Expert)

Datierung
um 1380
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 10,5 x 21 x 14 cm

Objektbeschreibung

Der Kasten ist ein besonders reizvolles Exemplar der persönlichen Präsentkästchen im höfisch-eleganten Stil des ausgehenden 14. Jahrhunderts. In der Reihe einiger verwandter Kästchen, die der gleichen französischen Werkstatt entstammen, steht eines im Victoria & Albert Museum London als Vergleichsstück am nächsten (Gall 1965, Abb. 53).
Das Leder wurde einem Holzkasten mit Walmdach-Deckel aufgezogen. Die gravierten Messingbeschläge tragen auf der Vorderseite des Deckels die Inschrift "bien-me-va". Der Verlauf ihrer Bänder bildet die Einteilung für einzelne Felder mit miniaturhaften Bildern. Ihre figürlichen und floralen Motive sind nach lockerer Vorzeichnung getrieben, geschnitten und punziert. Auf der Fläche des Firstes stehen sich zwei vornehme Paare gegenüber, in Nischen und unter Spitzbogenbaldachinen sind sie durch Haltung und Gestik einander verbunden. Sie heben sich in flachem Relief und mit deutlichem Umriß und Binnenzeichnungen von einem fein punzierten Hintergrund ab. Auf den abgeschrägten Deckelseiten bilden Büsten eines jungen und älteren Paares jeweils die Mitte. Den Kasten schmücken Paare, umrahmt von zarten Pflanzen. Sie stehen oder sitzen in gezierter Haltung mit Herzen und Spiegeln in den Händen als Attribute der Liebe und Eitelkeit. Mit den Anfangsbuchstaben ihrer Namen "P" und "M" wurden auf der Rückseite des Kästchens Auftraggeber und Beschenkte verewigt. EM

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR