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Kamm der Anne de Bretagne (1477 - 1514), Königin von Frankreich

Ident. Nr.: F 2472

ObjID: obj:2260787

Details (Expert)

Datierung
um 1500
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Frankreich
Material / Technik
Buchsbaumholz
Abmessungen
Höhe x Breite: 16,6 x 19,3 cm

Objektbeschreibung

Der Kamm mit zwei unterschiedlich feinen Reihen Zinken zählt zu den exquisitesten Holzarbeiten des späten Mittelalters. Sein ornamentaler Schmuck besteht vor allem aus allerfeinster, maßwerkartig konstruierter Durchbruchsarbeit. Das Buchsbaumholz wurde zu teilweise papierdünnen Blättchen ausgedünnt. Im Mittelteil enthält der Kamm zwei flache Fächer. An deren aufschiebbaren Deckeln erscheinen die Wappen von Frankreich und der Bretagne, welche den Kamm als Eigentum der Anne de Bretagne ausweisen, die nach ihrer Heirat mit Karl VIII. am 6. Dezember 1491 am 8. Februar 1492 zur französischen Königin gekrönt worden war. Nach dessen Tod wurde Anne am 8. Januar 1499 mit seinem Nachfolger Ludwig XII. vermählt und am 18. November 1504 zum zweiten Mal zur Königin von Frankreich gekrönt.
Lothar Lambacher

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa