Logo

Bildnismaske einer jungen Frau

Ident. Nr.: 259

ObjID: obj:2272373

Details (Expert)

Beteiligte
Francesco Laurana (1455-1502),
Bildhauer*in
Datierung
1470/80
Datierung engl.: 1470/80
Abweichende Datierung: 1470/80
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnismaske einer jungen Frau
Übersetzung: Portrait Mask of a young woman
Bildnismaske einer jungen Frau
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Italien
Material / Technik
Marmor
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 33,5 x 25 x 9 cm
Erwerbung
1877 in Florenz

Objektbeschreibung

Die strenge Frontalität und der niedergeschlagene Blick erwecken den Eindruck von Distanz zum Betrachter. Mehrere Marmormasken dieses Typs werden dem in Dalmatien geborenen und in Neapel und Frankreich tätigen Bildhauer Francesco Laurana zugeschrieben. Der Kopf des Berliner Exemplars ist vor den Ohren senkrecht abgeschnitten, die Haare sind nicht dargestellt, und die Kanten der Büste laufen über den Schultern schräg nach vorn zusammen. Dieser »fragmentarische Zustand« legt die Vermutung nahe, dass die Büste in einer Grabstatue, möglicherweise aus einem anderen Material, eingelassen war. Die Gesichtszüge sind so wenig individualisiert, dass es sich eher um die Idealdarstellung einer Frau als um ihr naturgetreues Abbild handelt. Die Identität der Verstorbenen wurde vermutlich über andere Wege, wie Inschriften oder Heraldik, vermittelt. Die Skulptur sollte daran erinnern, dass sie von großer Schönheit war. (Julien Chapuis 2017)

Letzte Aktualisierung: 06.02.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Liturgischer Teller (Patene)

Liturgischer Teller (Patene)

Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.