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Vorhang

Ident. Nr.: 4832

ObjID: obj:2275787

Details (Expert)

Datierung
verbale Datierung: 5./6. Jahrhundert
Abmessungen
Höhe: 371 cm
Breite: 162 cm

Objektbeschreibung

Die Archivaufnahme zeigt den linken Teil eines Vorhangs mit einer Architekturdarstellung, gefasst in einen Rahmen, den zwischen dunklen Bahnen eine Flechtbandranke ziert. Vom ursprünglichen zentralen Bildfeld ist die linke Hälfte einer Nischenarchitektur erhalten: links ist eine Säule mit gestufter Basis, verziertem Schaft und Kämpferkapitell zu sehen, darüber liegt ein Architrav – in rechteckige Abschnitte mit unterschiedlichen Ornamenten (Wellenbänder, Rauten und Schuppenmuster) unterteilt. Der Bogen darüber ist stark beschädigt. Im Zwickel oben links ist ein Pfau wiedergegeben. Im Bogenfeld sind noch Reste einer kleinen Säule zu erkennen, links davon ein kleines gleicharmiges Kreuz, rechts die Umrisse eines größeren und eines kleineren Tieres (Löwe und Gazelle ?). Die Fläche unter dem Architrav füllen abwechselnd Reihen von Kreuzrosetten und Henkelkreuzen. Vier übereinandergestellte Henkelkreuze sind auch in das Grundgewebe links neben der Säule gewirkt. Am oberen Rand des Behangs sind drei Schlaufen zum Aufhängen bewahrt. Nach einer überlieferten Beschreibung von H. Swoboda sollen sich im unteren Teil des linken Randes drei Ansatzstellen für Schnüre befunden haben, wodurch der Vorhang auch seitlich befestigt werden konnte. An der unteren Kante erwähnt er Reste von Fransen. Die Ornamente und Motive seien überwiegend in den Farben Rot, Rosa, vier verschiedenen Nuancen von Blau, sowie Grün, Gelb, Orange und Violett ausgeführt. Überzeugend rekonstruiert Swoboda aufgrund zahlreicher Parallelen unter den spätantik-frühchristlichen Sarkophagen, Mosaiken und Schrankenplatten mit einer vergleichbaren Motivkombination im Zentrum des Bogenfeldes ein schwebendes Mittelkreuz, hier in der Sonderform des Henkelkreuzes, der crux ansata. Der Vorhang dürfte zum Verhängen einer Säulenstellung verwendet worden sein. Höchstwahrscheinlich zugehörig sind drei kleinere Fragmente im Musée royaux d’art et d’histoire in Brüssel, im Kunstgewerbemuseum in Prag und im Deutschen Textilmuseum in Krefeld.
Das Berliner Fragment wird seit dem Zweiten Weltkrieg vermisst.

Letzte Aktualisierung: 30.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Junge Frau

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Die grazile Frauengestalt, in Mieder und einem bodenlangen, die Füße vollständig bedeckenden Kleid gehüllt, ist in einer ausgewogenen Torsion dargestellt. Dem leicht einwärts gekehrten Spielbein, das sich unter dem vom Wind erfassten Stoff deutlich abzeichnet, antwortet der nach links gewendete Oberkörper, während der Kopf sich wiederum über die rechte vorgeschobene Schulter neigt. Die schwungvolle Körperbewegung wird durch die gleichmäßigen, von allen Seiten fein ausgearbeiteten Gewandfalten effektvoll nachgezeichnet. Von gleicher handwerklicher Raffinesse ist die Ausarbeitung der anmutigen Physiognomie und des am Hinterkopf zum Knoten geschlungene Haares. Über die Identität der kleinen Figur lässt sich nur spekulieren. Die frei angesetzten Unterarme mit den zur Seite ausgerichteten und zum Gebet zusammengefalteten Händen, sind wohl eine spätere Ergänzung. In den frühesten Inventareintragungen (1655 und 1757), als sich die Statuette noch in der Brandenburgisch-Preußischen Kunstkammer befand, wurde sie mal mit Turm, mal mit Kelch beschrieben, womit sie eindeutig als hl. Babara zu identifizieren wäre.Bislang konnte kein Künstler dem Werk eindeutig zugeordnet werden. Allerdings finden sich von dem in Regensburg tätigen Maler Albrecht Altdorfer (1480-1538) einige Zeichnungen, in denen nicht nur der gleiche Frauentypus vorkommt, sondern auch ein ganz ähnlicher Körperaufbau mit geradezu identischen Faltenzügen. Es ist daher plausibel, den Autor dieser anmutigen Mädchenfigur in Regensburg, im Umkreis Albrecht Altdorfers zu suchen.

Heiliger Nikolaus

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