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Abendkleid "Frasquita"

Ident. Nr.: 2005,UR 106

ObjID: obj:2278411

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Uli Richter (1926–2021)
Rut Brandt (10.1.1920 - 28.7.2006),
Besitzerin
Datierung
1971/72
Geografische Bezüge
Herkunft (Allgemein): Berlin
Abmessungen
Länge: 147 cm Taille: 74 cm; Saumweite: 156 cm

Objektbeschreibung

Hochgeschlossenes, orientalisch anmutendes Abendkleid aus Brokat-Chiffon-Rayé in den Farben Violett, Koralle und Petrol mit goldenen Ornamenten. Die Taille markiert ein aus dem Oberstoff gefertigter, aufgenähter Gürtel. Der Stoff zeigt ein farbenfrohes, streifenförmiges Längsmuster, das einerseits von blau-türkisen Querstreifen durchbrochen, andererseits von stilisierten goldenen Ornamenten überdeckt wird. Mit kleinem Stehkragen und langen Ärmeln. Die Manschetten mit je zwei stoffbezogenen Knöpfen. Rückwärtig mit einem 62 cm lagen Reissverschluss und einem Häkchen zu schließen. Im Taillenbereich kleine Abnäher, die von einem an acht Stellen punktuell befestigten Gürtel aus dem Stoff des Kleides verdeckt werden.
Publiziert in Katalog: Uli Richter. Eine Berliner Modegeschichte, Kat. Nr. 49, S.212, Berlin, 2007. CW

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa