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Bäuerliches Paar im Gespräch mit einer Wasserverkäuferin

Ident. Nr.: 14138716

ObjID: obj:2279725

Details (Expert)

Beteiligte
Zuschreibung unsicher: Christian Friedrich Fues (1772–1836),
Maler*in
Zuschreibung unsicher: Carl August Friedrich Kuhn (1809– ),
Maler*in
Datierung
Herstellung: 1823–1824
Abweichende Datierung: 19. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Salzburg,
Stadt
Material / Technik
Öl auf Holz, gerahmt
Abmessungen
Bildmaß: 29,9 x 22,7 x 1,4 cm
Rahmenmaß: 32,3 x 25,6 x 2,7 cm

Objektbeschreibung

Der Herr trägt eine Kniebundhose mit vorderem Latz, dazu weiße Kniestrümpfe und Faltenstiefel. Der überknielange Rock aus Samt (?) ist vorne offen. Die dunkelbraune Weste, auch Brustfleck genannt (aus Samt, Seide, Drucksamt, Brokat?), ist hochgeschlossen und auf Höhe der Taille gerade geschnitten und mit silberfarbenen runden Knöpfen bestückt. Das schwarze Halstuch wird vorne geknotet. Als Kopfbedeckung trägt der Dargestellte eine helle Leinen- oder Baumwoll-Bundhaube und darüber einen rundgupfigen, extrem breitkrempigen Scheibenhut, der, vermutlich mithilfe einer Hutnadel an einer Seite aufgeschlagen ist.
Die Dame links im Bild trägt ein kurzes Spenceroberteil über einem roten Mieder und dazu mehrfach übereinander gelegte, kniebedeckende Röcke über grünen Strümpfen. Als Kopfbedeckung trägt sie eine kurze Pelzkappe über einer weiß-schwarzen Haube mit Kinnband.
Die Wasserverkäuferin rechts im Bild trägt ein langärmelige graues Kleid mit einem stark gefälteten Rockteil, dazu weiße Strümpfe. Als Kopfbedeckung trägt sie eine kleine schwarze Haube, das sogenannte Stülpchen (?). Die Haube wird auch als Ohren- oder Backenhaube bezeichnet, weil sie beides bedeckt. Sie besteht aus einem schwarzen Seidenkäppchen, das einen kleinen runden Boden umschließt. Die Seidenbänder fallen hüftlang herab. Seidenbänder, an den Stoffteilen der sogenannten Ohren- oder Backenteile befestigt, sind vorne unter dem Kinn gebunden und fallen auf die Brust herab. Zusätzlich trägt sie eine rote, etwa handbreit gebundene Stirnschleife.
Vermutlich diente dies als Polster für ein Gebinde, welches ihr ermöglichte größere Lasten auf dem Kopf zu tragen. Den für die ländliche Kleidung typischen flachen Strohhut trägt die Dargestellte in der linken Hand. 
Stoffbezogene Knöpfe markierten den Unterschied zwischen Kleinbauern/Knechten und den höheren Ständen, die Metallknöpfe trugen.
[Plank 1985, S. 56 für die fränkische Tracht]
Die Wasserträgerin ist nicht in ihrer Alltagskleidung dargestellt; die Festtracht hat als Element eine weiße Spitzenhaube über dem schwarzen Stülpchen.
S. auch den Aufsatz Bildzitate und die Musealisierung der Tracht - Ein Beispiel aus der Sammlung Kling des Germanischen Nationalmuseums(s. auch Selheim 2010, S. 395-411)
Text: S. de Günther

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstbibliothek

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