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Goldglasfragment mit Petrus und Paulus

Ident. Nr.: 6185

ObjID: obj:2285059

Details (Expert)

Datierung
4. Jahrhundert
Systematik/Art
Material / Technik
Goldfolie und Glas
Abmessungen
Durchmesser x Tiefe: 4,3 x 0,7 cm
Erwerbung
1870 aus dem Nachlass Eduard Gerhards in das Antiquarium (heutige Antikensammlung) gelangt. Von dort 1909 überwiesen worden.

Objektbeschreibung

Das Fragment gehörte zu dem Boden eines Glasgefäßes. Es ist in der sogenannten Zwischengoldglas-Technik hergestellt. Hierbei wurde eine Goldfolie auf eine Glasschicht gelegt und so viel der Folie weggekratzt, bis nur das gewünschte Motiv stehen blieb. Anschließend wurde zur besseren Haftung und zum Schutz der Darstellung eine zweite Glasschicht über das Motiv gelegt.
Auf dem Fragment sind zwei angeschnittene, männliche Profile erhalten. Ihre Physiognomien und Haartrachten sprechen dafür, dass hier die Apostel Paulus und Petrus dargestellt sind. Zahlreiche Goldglasböden geben die Bekränzung der beiden wieder. Ob dies für das Berliner Fragment einst auch zutraf ist nicht gewiss. Sicherlich muss aber eine Umrandung der beiden Gestalten in Form eines Kreises oder eines Rechteckes ergänzt werden. In einigen Fällen bezeichnen Namensbeischriften die Dargestellten. Auch das ist für das Berliner Fragment nicht gesichert.
Zwischengoldglasböden sind recht zahlreich in den Wänden der römischen Katakomben gefunden worden. Hier waren sie als Erkennungszeichen in den Putz der Gräber eingesetzt.
(Ehler 2018)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

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Das Relief ist aus Basalt, einem sehr harten vulkanischen Gestein. Weil es so schwer zu bearbeiten ist, ist das Relief nur ganz flach ausgeführt.Die Darstellung ist in einem modern anmutenden, fast Comic-artigen Stil gehalten. Rechts steht eine Säule auf einem Stufensockel. Auf der Säule erscheint ein bärtiger Mann, von dem nur der Oberkörper sichtbar ist. Der Unterkörper wird von einer Brüstung verdeckt, deren Oberkante durch eine dünne Linie angedeutet wird. Ein fliegender Vogel hält einen kleinen Kranz über ihn. An die Säule ist eine Leiter gelehnt, die ein zweiter Mann hinaufgestiegen ist. In seiner rechten Hand hält er ein Weihrauchgefäß. Es hat die Form eines Kelches und ist an einer Kette aufgehängt. Beide Männer tragen jeweils ein typisches Mönchsgewand. Es hat die Form eines langen, gegürteten Hemdes. Über den Kopf ist eine Kapuze gelegt, die mit einem Kreuz geschmückt ist.Der Mann auf der Säule stellt einen christlichen Heiligen, den syrischen Asketen Symeon d. Ä. (um 390-459) dar. Die historisch bezeugte Gestalt lebte zuerst als Mönch in einem Kloster im nordsyrischen Kalksteinmassiv nordöstlich von Aleppo. Als junger Mann zog sich Symeon auf einen Felsen zurück und widmete sich der Verehrung Gottes. Später wurde dort eine Säule errichtet, auf der er lebte, die Säule wurde mehrmals erhöht. Zuletzt war sie 17 bis 20 Meter hoch. 42 Jahre soll Symeon ununterbrochen auf dieser Säule zugebracht haben. Weil Symeon als heilig und weise galt, kamen bald große Mengen von Pilgern herbei, zu denen Symeon mehrmals täglich predigte und ihnen Ratschläge gab. Auch nach seinem Tod reisten zahlreiche Pilger zu der Säule, um dort zu dem Heiligen zu beten. Sie nahmen von dem Pilgerort Andenken mit, an deren heilkräftige Wirkung sie glaubten. Um den Standort der Säule herum wurde das große Pilgerheiligtum Qal’at Sim’an mit einer christlichen Kirche, einem Baptisterium und Pilgerwohnungen errichtet, um den Pilgern Platz und einen Raum für Gottesdienste zu bieten. Weihrauch wurde bei christlichen Gottesdiensten verwendet. Der Mönch auf der Leiter mit dem Weihrauchgefäß könnte auf Gottesdienste im Symeons-Heiligtum hinweisen.Symeon war nicht der einzige christliche Mönch, der ein Leben auf einer Säule führte, aber einer der frühesten und der berühmteste. Diese Mönche werden Säulensteher oder Styliten genannt, nach dem griechischen Wort „stylos“ für Säule. Sie stellten sich auf Säulen, um sich von dem als sündig angesehenen Alltagsleben zu entfernen und sich ganz Gott zu widmen.Das Relief war möglicherweise an der Fassade einer frühchristlichen Kirche im syrischen Kalksteingebiet eingelassen. Solche Reliefs sind von anderen Kirchen in dieser Gegend bekannt. Zeitlich und stilistisch vergleichbare Darstellungen befinden sich im Museum von Damaskus und im Louvre zu Paris.GM