Porträt eines Herrn in Justaucorps, langer Weste und Allongeperücke
Ident. Nr.: 14139157
ObjID: obj:2285668
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Herstellung: 1706
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Porträt eines Herrn in Justaucorps, langer Weste und AllongeperückeBildnis von Christian Ernst, Markgraf von Brandenburg-Bayreuth (?)
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Öl auf Leinwand, gerahmt
- Abmessungen
- Bildmaß: 122,7 x 88 x 3 cmRahmenmaß: 136 x 102 x 4,9 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2285668
Objektbeschreibung
Das Bildnis zeigt einen Herrn im Justaucorps vor einem Vorhang und einem Ausblick auf eine in Terassen angelegte Landschaft. In der rechten Hand hält er einen dunklen vielkantigen Stein. Im rechten oberen Bildfeld ist ihm ein Wappen beigegeben und sein Alter mit 64 Jahre angegeben. Der Dargestellte trägt einen offenen roten Justaucorps mit goldfarbenem Stickereibesatz über einer langen roten Weste mit goldfarbener Knopflochverzierung. Spitzenbesetzte Ärmelmanschetten, eine Spitzenkrawatte und eine dunkle Allongeperücke à la fontange komplettieren das Ensemble. Um den Hals trägt er zwei Medaillon-Bildnisse an langen Goldketten, an den Händen einen Ring.
Im Hintergrund ist ein gestalteter Garten, womöglich vor einer Felsformation, und ein Wappen zu sehen.
Das rechts auf der Brust getragene Bildnis könnte den Markgrafen und Auftraggeber Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth (1644 in Bayreuth–1712) darstellen. Er war von 1655 bis zu seinem Tode Markgraf des fränkischen Fürstentums Bayreuth. Das links getragene Bildnis stellt womöglich dessen Sohn Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth dar (1678–1726). Folglich ließe sich der Dargestellte in das Fürstentum Bayreuth verorten.
In der Hand hält der Dargestellte vermutlich das Erzeugnis der Grabungen, ein Stück Erz. Das Oberland des Fürstentums Bayreuths besaß im 17. Und 18. Jahrhundert einen großen Reichtum an Bodenschätzen, sodass die Erzvorkommen in dem gebirgigen und waldreichen Gebieten zu der Anlage vieler Bergwerke führte. Dieses Gebiete wurden von sogenannten Amtmännern, vom Landesherrn eingesetzte Dienstherren, beauftragt mit der Territorialverwaltung von Gutshöfen, Burgen und Dörfern, geführt. Das Bildnis könnte den Amtmann von Kulmbach, Wolff Ernst von Künsberg (Geheimer Kriegsrat, Obrist 1706), oder von Bayreuth, Friedrich Ludwig von Lüchau, darstellen.
Das Wappen mit den Ziselierwerkzeugen und Konstruktionselementen der Architektur verweisen auf den Konstrukteur und Erbauer des im Hintergrund dargestellten Bergwerks. In Frage käme als Porträtierter auch der Architekt des Bergwerks.
Eine weiterer Hinweis, der jedoch nicht verifiziert werden konnte, könnte das Reise-Ausgabenbuch geben. Legt man den Eintrag im Erwerbungsbuch zugrunde, der einen „Bergbaumeister v. Hallein“, bei A. Pollack in Salzburg erworben, benennt, handelt es sich womöglich um eben jenen Beamten, der nicht namentlich genannt wird. Im Halleiner Bergwerk bei Salzburg, wurde bereits vor rund 2.500 Jahren abgebaut. Dank des großen Salzvorkommens im Dürrnberg konnte Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau mit den reichen Erträgen zum Ausbau der barocken Residenzstadt Salzburg beitragen. Dieser Hintergrund gäbe eine Erklärung für die opulente Darstellung des Beamten, der hier mit Allongeperücke und in einem prächtigen Gewand dargestellt ist.
Im Hintergrund ist ein gestalteter Garten, womöglich vor einer Felsformation, und ein Wappen zu sehen.
Das rechts auf der Brust getragene Bildnis könnte den Markgrafen und Auftraggeber Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth (1644 in Bayreuth–1712) darstellen. Er war von 1655 bis zu seinem Tode Markgraf des fränkischen Fürstentums Bayreuth. Das links getragene Bildnis stellt womöglich dessen Sohn Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth dar (1678–1726). Folglich ließe sich der Dargestellte in das Fürstentum Bayreuth verorten.
In der Hand hält der Dargestellte vermutlich das Erzeugnis der Grabungen, ein Stück Erz. Das Oberland des Fürstentums Bayreuths besaß im 17. Und 18. Jahrhundert einen großen Reichtum an Bodenschätzen, sodass die Erzvorkommen in dem gebirgigen und waldreichen Gebieten zu der Anlage vieler Bergwerke führte. Dieses Gebiete wurden von sogenannten Amtmännern, vom Landesherrn eingesetzte Dienstherren, beauftragt mit der Territorialverwaltung von Gutshöfen, Burgen und Dörfern, geführt. Das Bildnis könnte den Amtmann von Kulmbach, Wolff Ernst von Künsberg (Geheimer Kriegsrat, Obrist 1706), oder von Bayreuth, Friedrich Ludwig von Lüchau, darstellen.
Das Wappen mit den Ziselierwerkzeugen und Konstruktionselementen der Architektur verweisen auf den Konstrukteur und Erbauer des im Hintergrund dargestellten Bergwerks. In Frage käme als Porträtierter auch der Architekt des Bergwerks.
Eine weiterer Hinweis, der jedoch nicht verifiziert werden konnte, könnte das Reise-Ausgabenbuch geben. Legt man den Eintrag im Erwerbungsbuch zugrunde, der einen „Bergbaumeister v. Hallein“, bei A. Pollack in Salzburg erworben, benennt, handelt es sich womöglich um eben jenen Beamten, der nicht namentlich genannt wird. Im Halleiner Bergwerk bei Salzburg, wurde bereits vor rund 2.500 Jahren abgebaut. Dank des großen Salzvorkommens im Dürrnberg konnte Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau mit den reichen Erträgen zum Ausbau der barocken Residenzstadt Salzburg beitragen. Dieser Hintergrund gäbe eine Erklärung für die opulente Darstellung des Beamten, der hier mit Allongeperücke und in einem prächtigen Gewand dargestellt ist.
In der von Lipperheideschen Sammlung befinden sich außerdem noch Bildnisse des Postmeister von Hallein und Frau (Reiseausgabenbuch, S. 14).
Das Wappen stellt wohl die Innung dar, welcher der Dargestellte angehört. Das gevierte Schild zeigt im 2. und 3. Teil das Symbol der Steinmetze, den erhobenen Arm mit einem Ziselierhammer, in silber auf rotem Grund, im 1. und 4 Feld je zwei Balkenkopfanker in gold auf schwarzem Grund, womöglich das Wappenbild der Architekten. Die Helmzier besteht aus vier aufrechten Federn in den Farben rot,silber, gold und schwarz.
Text: S. de Günther
Letzte Aktualisierung: 21.07.2026
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