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Selbstbildnis am Tisch (Verworfene Fassung)

Ident. Nr.: 600-1912

ObjID: obj:2288492

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Käthe Kollwitz (1867 - 1945),
Radierer*in
Käthe Kollwitz (1867 - 1945),
Dargestellt
Datierung
Herstellung: 1893 (?)
Geografische Bezüge
Berlin,
Stadt
Provenienz
Geschenk (?): Beate Bonus (1865-1954),
bis 27.8.1912
Abmessungen
Plattenrand: 17,7 x 12,6 cm
Blattmaß: 21,4 x 13,7 cm

Objektbeschreibung

Hier wie auf der folgenden Fassung [#vgl. Ident. Nr. 218-1912] sehen wir die junge Frau [Käthe Kollwitz] bei der Arbeit in ihrer Berliner Wohnung Weißenburger Straße. Beide Bildnisse
stammen aus den ersten Ehejahren, als ihr die Wohnung gleichzeitig Atelier war. Die Künstlerin sitzt jeweils im Schein der Petroleumlampe am Tisch und ist mit einer vor ihr liegenden Papierarbeit beschäftigt. Als Mutter eines kleinen Kindes
und Ehefrau eines vielbeschäftigten Arztes wird sie vermutlich damals häufig nur in den Abendstunden zum künstlerischen Arbeiten gekommen sein.
Auf jede Selbstinszenierung verzichtend, betont Kollwitz in beiden Darstellungen allein den Kopf, die Hände und die Tischplatte mit dem Arbeitsmaterial, die aus dem Dunkel herausleuchten. Beide haben dadurch etwas sehr Intimes, streng auf die Arbeit Bezogenes. Weitere Selbstbildnisse, die auf die Ateliersituation eingehen, sind nicht bekannt. Von besonderem Reiz ist die aufgrund ihrer Seltenheit wenig bekannte erste Fassung.
Das Gesicht erscheint runder als auf der etwas späteren Variante und bringt durch den fragenden Blick der Augen und die leicht geöffneten, vollen Lippen ein fast kindlich wirkendes Erstaunen zum Ausdruck.

(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 27, Kat.-Nr. 9)

Letzte Aktualisierung: 30.01.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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