Logo

Selbstbildnis am Tisch (Endgültige Fassung, 3. Zustand)

Ident. Nr.: 218-1912

ObjID: obj:2288493

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Käthe Kollwitz (1867 - 1945),
Radierer*in
Käthe Kollwitz (1867 - 1945),
Dargestellt
Datierung
Herstellung: nach 1893
Geografische Bezüge
Berlin,
Stadt
Provenienz
Ein Ungenannter,
bis 6.5.1912
Abmessungen
Plattenrand: 17,8 x 12,9 cm
Blattmaß: 32,0 x 23,6 cm
Erwerbung
1912 Geschenk eines Ungenannten

Objektbeschreibung

In diesem Werk arbeitete die Künstlerin erstmalig mit der Aquatinta-Technik. Aufgrund der harten Gegeneinandersetzung von flächigen und radiermäßig durchgearbeiteten Partien und der akzentuierten Hell-Dunkel-Kontraste wirkt das Bildnis fast
wie eine Photocollage. Das Werkzeug der Graphikerin ist um eine Flasche ergänzt, die hinter dem Tisch zu stehen scheint. Vermutlich enthält sie das zum Radieren notwendige Ätzwasser. Die stärkere Verschattung des Gesichtes läßt dieses spitzer und deutlich reifer erscheinen als in der früheren Version [#vgl. Inv. 600-1912]. Waren die vorausgehenden Arbeiten noch studienartige Versuche, so gelangen mit den beiden Fassungen der Zeit um 1893 die ersten vollgültigen Selbstbildnisse.

(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 28, Kat.-Nr. 10)

Letzte Aktualisierung: 17.02.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Sankt Peter von Südosten

Sankt Peter von Südosten

Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)