Details (Expert)
- Datierung
- um 1797
- Material / Technik
- Mahagoni und Wurzelmaser (rötlich gefärbt) furniert, auf Eiche, Kiefer und Nussbaum, Schubkästen in Mahagoni, Zeder und Eiche (rötlich gefärbt), Messingprofile und vergoldete Messingbeschläge (Vasen ergänzt), Schlösser und Mechaniken in Eisen und Messing, Schrauben (gebläut); Alabastersäulen, Perlmutter
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 214 x 121 x 61 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2289405
Objektbeschreibung
Der Schreibsekretär zeigt eine exquisite Verarbeitung von strenger Präzision, die ausgesuchtes Mahagoni mit vergoldeten Bronzen höchster Qualität kombiniert. Obwohl der Entwurf einige Schwächen aufweist, und das Stück schon 1800 im Inventar für Schloss Charlottenburg als Berliner Meisterstück von „Tischlermeister Stein“ benannt ist, sprechen viele charakteristische Details für eine Arbeit der berühmten Neuwieder Roentgenmanufaktur. Die strittige Frage der Urheberschaft verdient besondere Aufmerksamkeit, da die den Sekretär auszeichnende exzellente Verarbeitungsqualität und damit verbundene Details der Gestaltung bisher als sicheres Indiz für die Identifizierung von Werken der Neuwieder Manufaktur galten.
Die Richtigkeit des Charlottenburger Inventareintrags vorausgesetzt, hätte der sonst wenig bekannte Ludwig Stein sein vor 1797 vollendetes Meisterstück in der Berliner Roentgen-Nachfolge-Werkstatt von David Hacker - seinem Schwiegervater - angefertigt und dort auf die besten Ingredienzien echter Neuwieder Arbeit zurückgreifen können: kostbare Beschläge und Schlösser aus Neuwied und Paris und berühmte Elemente wie das automatische Stehschreibpult. Er hätte die in Neuwied geltenden Standards qualitätvoller Verarbeitung und die für einzelne Kompartimente entwickelten, ausgereiften Entwürfe wie das aus den Zylinderbureaus bekannte Eingerichte oder die Schubkästen mit Jalousie durch Hacker vermittelt bekommen, und mit in Neuwied unbekannten Elementen der aktuellen Berliner Möbelkunst kombiniert. Das ausgesprochen kostbare Möbel wäre schließlich die erste Erwerbung von König Friedrich Wilhelm III. (1770-1840, Kg. seit 1797), der von 1800 bis 1804 drei weitere kostspielig Berliner Meisterstücke ankaufte.
ASt
Letzte Aktualisierung: 23.02.2026
Kontakt
Einrichtung:
Kunstgewerbemuseum
E-Mail:
kgm@smb.spk-berlin.de