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Ident. Nr.: III C 45595

ObjID: obj:2291833

Details (Expert)

Beteiligte
Anton Handl (um 1905),
Sammler*in
Datierung
um 1905
Geografische Bezüge
Kamerun,
Land
Material / Technik
Leder, Messing (?), Pflanzenfaser
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 13 x 52,5 x 42,5 cm (Lagermaß)
Gewicht: 0,6 kg

Objektbeschreibung

Der Arzt Anton Handl (1875-1954) erwarb diesen Tornister oder Rucksack in Kamerun in den ersten Jahren des 20. Jhs. Er ist fast identisch mit einem anderen Rucksack im Bestand des Museums (III C 23751 a,b), der von Hans Glauning (1868-1908) als ein Tornister der Leibwache von König Njoya (ca. 1880-1933) vor 1908 gesammelt wurde. Dieser gehört vermutlich auch derselben Gattung an und war wahrscheinlich konzipiert als Teil der Ausstattung der königlichen Garde, oder Panka in der Bamumsprache, Shupamem. Weil solche Tornister nicht vor der deutschen Kolonialzeit im Kameruner Grasland üblich waren, kann dieses als ein hybrides Objekt angesprochen werden, das die Aneignung der materiellen Kultur (Waffen, Ausstattung) der Kolonialverwaltung im Königreich Bamum andeutet. Obwohl der Rucksack die Form eines deutschen Tornisters hat, ist er mit verschiedenen Mustern verziert, die am Königshof in Bamum ebenso wie in den Königreichen im Norden Kameruns verwendet wurden. (JF 08.02.2017)

Letzte Aktualisierung: 26.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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樹皮衣

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.