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Obere Modelhälfte für eine Lampe

Ident. Nr.: 18/73

ObjID: obj:2293456

Details (Expert)

Datierung
4./5. Jahrhundert
Material / Technik
Kalkstein
Abmessungen
Länge x Breite: 20,5 x 14,5 cm
Erwerbung
1973 im Kunsthandel in Frankfurt am Main erworben.

Objektbeschreibung

Es handelt sich um das Oberteil eines Models zur Herstellung einer Lampe, wie sie in Nordafrika massenweise produziert worden sind. In negativem Relief ist hier die Oberseite einer Lampe mit konvex gewölbtem Spiegel, flachen Schultern und langer Schnauze eingetieft. Gegenüber der Schnauze befindet sich die Vertiefung zur Ausprägung eines Zapfengriffes. Der Spiegeldekor besteht aus einem Christogramm mit Punktverzierung. Hierbei ist die Rundung des Buchstaben Rho spiegelverkehrt in die Hohlform gearbeitet, damit der Buchstabe auf der Lampe richtig erscheint. Unterhalb der Roh-Längshaste befindet sich am Übergang in den Kanal ein Kreisornament. Auf den Schultern verlaufen Kreismuster und ein vierblättriger Dekor in unregelmäßiger Abfolge. Weder ein Dochtloch noch ein Einfüllloch sind auf dem Model vorgesehen. Beides wurde nachträglich in die Lampe gebohrt. Vier Vertiefungen am Modelrand dienten dem passgenauen Verschluss mit der unteren Modelhälfte.
Das Museum für Byzantinische Kunst besitzt keine Lampe, die mittels dieses Models hergestellt wurde. Doch weist eine mit der Inventarnummer 5/72 einen annähernd vergleichbaren Dekor auf.
(Ehler 2018)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)