Logo

Brettspielkassette mit Horn- und Perlmuttmarketerie für Tric-Trac und Dame mit 29 Spielsteinen (15 dunkle, 14 helle)

Ident. Nr.: Id 1156 a,b (1-29)

ObjID: obj:2294014

Details (Expert)

Datierung
1. Drittel 17. Jahrhundert
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 8 x 39 x 39 cm Kassette mit Füßchen
Höhe x Breite: 1 x 3,8 cm achteckige Spielsteine

Objektbeschreibung

Die Brettspielkassette enthält Innen ein kunstvoll verziertes Spielfeld für Tric-Trac (deutsch: Wurfzabel oder Puff), die Frühform des Backgammon. Eine der Außenseiten zeigt ein Spielfeld für Dame, die andere ein reiches Grotesken-Ornament. Erhalten sind alle 15 schwarze und 14 weiße Spielsteine, jedoch keine Würfel. Die aufwändige Einlegetechnik sowie der Ornamentstil sprechen für eine Entstehung der Kassette in Augsburg, dem damals führenden Zentrum der Möbelkunst in Deutschland. LL

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa