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Pilgerzeichen mit Darstellung des heiligen Nikolaus

Ident. Nr.: 6404

ObjID: obj:2294074

Details (Expert)

Datierung
Ende 13. Jahrhundert/Anfang 14. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Material / Technik
Blei-Zinn (?)
Abmessungen
Höhe x Breite: 4,5 x 3,2 cm
Erwerbung
1900 als anonyme Schenkung aus Rom erworben.

Objektbeschreibung

Pilgerzeichen mit dem Bild des heiligen Nikolaus wurden unter anderem in Schweden, Norwegen und Großbritannien gefunden. Dieses Stück befand sich in Rom, bevor es als Geschenk nach Berlin gelangte. Ursprünglich stammt es sicherlich aus Bari. Hier reicht die Verehrung des Heiligen nachweislich bis in das 11. Jahrhundert zurück. Nikolaus steht auf diesem Pilgerandenken unter einem Rundbogen und ist mit einer Paenula sowie einem kreuzverzierten Pallium bekleidet. Der Nimbus kennzeichnet ihn als Heiligen. Die linke Hand erhebt er zum Segensgestus, in der rechten hielt er vermutlich ein Buch. Von den ursprünglich vier Ösen an dem hochrechteckigen Zeichen ist lediglich links oben ein Rest erhalten.
Das Stück wird seit 1945 vermisst.

Letzte Aktualisierung: 06.02.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)