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"Koreanischer Tanz" (Anita Berber)

Ident. Nr.: O-1988,201

ObjID: obj:2297211

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Constantin Holzer-Defanti (1881 - 1951),
Bildhauer*in
Ausführung: Porzellanmanufaktur Philipp Rosenthal & Co. AG (gegründet 1897),
Porzellanmanufaktur
Datierung
Entwurf: 1919-1927
Ausführung: 1927
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Selb
Abmessungen
Höhe: 40,5 cm
Breite: 19 cm (max.)
Breite: 13,5 cm (Sockel)
Tiefe: 9,5 cm (Sockel)

Objektbeschreibung

Dargestellt ist die Tänzerin Anita Berber in bunt gemustertem Kostüm. Sie trägt Pluderhosen und eine asiatisch anmutende Kopfbedeckung. In ausdrucksstarker, "koreanischer" Tanzhaltung hat sie das rechte Bein angewinkelt hochgezogen, den rechten Arm mit nach vorne abgeknickter Hand auf das Bein gestützt. Den linken Arm stützt sie in die Hüfte. Neben ihrem linken Standbein kauert eine sitzende männliche Figur. // Die Tänzerin Anita Berber galt im Berlin der 1920er-Jahre als "Königin der Nachtlokale" und machte sich mit ihren extravaganten Tänzen einen Namen. Die Darstellung von Constantin Holzer-Defanti basiert auf einem Foto von Alexander Binder. Sie zeugt von der seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert in Europa verbreiteten Orient- und Asienmode, die häufig auf Klischeevorstellungen beruhte. // Die Ausformung des Berliner Kunstgewerbemuseums ist in dem 1998 vom Museum publizierten Ausstellungskatalog "Traumwelten" beschrieben. Als weitere Literatur zu dem Modell (andere Ausformung) ist der Ausstellungskatalog "Tanzende Figuren aus den Sammlungen Alain Bernard und Vladimir Malakhov" (Bröhan-Museum Berlin, 2009) zu nennen. // Die Marken auf der Unterseite sind: in Grün die Schriftzugmarke von Rosenthal aus dem Jahr 1927, als Blindstempel die Modellnummer "H (K?) 566" sowie in Rot den Namen "MAY" (Maler). In die Sockeloberseite ist der Name des Entwerfers, "C.HOLZER-DEFANTI", eingeritzt. // ClKa

Letzte Aktualisierung: 03.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa