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Moden-Plastik, Modell D (Rock-Plastik „Lillian“)

Ident. Nr.: FNG 243/16

ObjID: obj:2297360

Erworben durch die Freunde der Nationalgalerie
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Rudolf Belling (1886 - 1972),
Künstler*in
Datierung
um 1923
Weitere Titel
Sammlungstitel: Moden-Plastik, Modell D (Rock-Plastik „Lillian“)
Übersetzung: Fashion Sculpture, Model D (Skirt Sculpture "Lillian")
Provenienz
Auktion: Auktionshaus Van Ham,
17. Juni 2014
Kauf: Contemporary-Kunst-Galerie Sven Krieger, Wolfenbüttel,
17. Juli 2014 - 22. September 2016
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 139 x 35 x 25 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
2016 Ankauf durch den Verein der Freunde der Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Vor seinem Studium der Bildhauerei hatte sich Belling in einer Lehre zum Kunsthandwerker die Technik des Kaschierens angeeignet, bei der mehrere Lagen von Papier- oder Pappmaché durch Leim verbunden werden. Nach dem Krieg beauftragte die Erdmannsdorfer Büstenfabrik den Künstler mit dem Entwurf von Schaufensterfiguren als moderne Alternative zu den aus Wachs gefertigten, naturalistischen Puppen. Belling entwickelte ein vollkommen neuartiges Konzept, indem er die Körper stark abstrahierte, metallisch lackieren ließ und damit Stilelemente des Art déco vorwegnahm. Als „Konfektionsbüste für Schaustellungszwecke“ wurde seine erste Schöpfung im Oktober 1921 patentiert und im Dezember desselben Jahres als „Moden-Plastik“ im Berliner Hotel Esplanade der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Figuren waren ein sensationeller Erfolg. Anschließend erweiterte Belling seine Produktpalette, sodass im Katalog der Erdmannsdorfer Büstenfabrik 1924 auch das dreiviertelhohe „Modell D“ zur Präsentation von Röcken und Miederwaren als „Rock-Plastik“ in zwei Ausführungen angeboten wurde: bronziert in mattem Goldton oder blattvergoldet. Der wie eine abstrakte Skulptur anmutende Körper verengt sich unterhalb der Hüften kegelfömig und ist mit dem runden Holzsockel über zwei pagodenartige Rundstufen mit aufgesetzter Kugel verbunden. So scheint die Figur elegant und fast schwerelos zu balancieren. Das Exemplar der Nationalgalerie zeigt auf dem konkav gewölbten oberen Abschluss in Schreibschrift den Namen „Lillian“. Bislang konnte nicht geklärt werden, ob er eine Modefirma oder eine Produktlinie bezeichnet und wann er aufgetragen wurde. | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz