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Rot meliertes Kostüm

Ident. Nr.: 2005,UR 63 a,b

ObjID: obj:2299629

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Uli Richter (1926–2021),
Designer*in
Datierung
Herbst/Winter 1964/65
Abmessungen
Länge: Jacke: 60,5; Rock: 65 cm 108 cm
Umfang: Rock: Taílle: 66 cm; Saum: 107 cm cm

Objektbeschreibung

Ein interessant geschnittenes rotes, in sich kariertes Kostüm aus Mohair-Shetland mit handgefertigten großen Posamentenknöpfen. Die leicht taillierte Jacke ist vorn wie hinten aus jeweils zwei Teilen gearbeitet die mit einer Wiener Naht verbunden sind. Auch an das Rückteil wurde seitlich mittels Wiener Nähten zusätzlich je ein schmales Stück angesetzt. Auf den Vorderteilen befindet sich in Schulterhöhe eine schräge Naht, die in der Mitte lose ist und einen taschenförmigen Einschub ermöglicht.
Rock: Der gerade gearbeitete Dreibahnenrock hat einen schmalen Bund und ist vorne und hinten seitlich in je drei kleine Falten gelegt. Ein 24 cm langer Reißverschluss liegt in der linken Seitennaht. Der Rockbund schließt auf Haken und Ösen. CW

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa