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Linker Flügel eines Triptychons mit Darstellung eines Heiligen

Ident. Nr.: 572

ObjID: obj:2303578

Details (Expert)

Datierung
verbale Datierung: 10./11. Jahrhundert
Material / Technik
Elfenbein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 11,4 x 5,5 x 0,7 cm
Erwerbung
nach 1844 aus der Kunstkammer überwiesen

Objektbeschreibung

Der linke Flügel des Triptychons ist als Flachrelief ausgearbeitet und aus Elfenbein gefertigt. Rechts ist er gerissen und weist oben mittig ein Bohrloch auf. Er ist in zwei Paneele gegliedert, das untere nimmt in etwa doppelt so viel Raum ein wie das obere, die beiden Register werden mittels eines Steges voneinander getrennt. Das untere zeigt in Vorderansicht einen stehenden, mit ganzem Körper dargestellten Heiligen. Er ist jugendlich unbärtig wiedergegeben und in einen Chiton und einen Mantel gehüllt, der über der rechten Schulter fixiert wird. Während der Körper frontal ausgerichtet ist, neigt sich der Kopf leicht nach links. Die linke Hand befindet sich unter dem Mantel, jedoch scheint sie aufgrund des sich darüber legenden Faltenwurfes durch. Die rechte Hand befindet sich vor dem Oberkörper. Als Standfläche fungiert die Rahmung des Triptychonflügels.
Das obere Paneel zeigt ebenfalls einen unbärtigen, jugendlichen Heiligen mit Nimbus. Er ist lediglich als Brustbild wiedergegeben, jedoch in gleicher Gestik und Gewandung wie die ganzfigurige Darstellung. Der Mantel wird über der rechten Schulter zusammengefasst und die rechte Hand befindet sich vor dem Brustkorb. Seine Linke ruht unter dem Mantel, aufgrund des Steges, der beide Paneele voneinander trennt, wirkt es, als würde die Hand auf dem Steg aufliegen.
Auf der Außenseite des Flügels ist ein Kreuz dargestellt.

Letzte Aktualisierung: 23.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.