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Amphion mit der Leier unter den Vögeln (Das Element Luft), Vorzeichnung für Blatt 3 der Folge der "Vier Elemente" von Crispijn van de Passe d. Ä. (Hollstein Dutch and Flemish 15.195.534)

Ident. Nr.: KdZ 2261

ObjID: obj:2308021

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Crispijn van de Passe d. Ä. (1564 - vor 6.3.1637),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: vor 1602
Publikation: 1602
Systematik/Art
Provenienz
Hermann Pächter (1839-1902),
bis 17.9.1881
Abmessungen
Blattmaß: 19,6 x 15,1 cm
Erwerbung
1881 von Hermann Pächter als Äquivalent für die ihm gestattete Benützung der Menzelschen Holzstöcke zum Leben Friedrichs des Großen dem Kabinett überreicht

Objektbeschreibung

Van de Passe, mit einer Nichte von Maarten de Vos verheiratet, war der Vater einer Künstlerdynastie. Er verließ Antwerpen nach der Kapitulation gegen Spanien 1585 und ließ sich in Köln und später in Utrecht nieder. Er setzte zahlreiche Vorlagen von Maarten de Vos und später von Rubens in Kupferstich um, gehörte aber nicht offiziell zur Stecherwerkstatt von Rubens.
Diese Zeichnung ist eine von zwei in Berlin vorhandenen Vorzeichnungen für eine gestochene Folge der Vier Elemente: Erde, Luft, Feuer und Wasser. Das Element Luft wird hier durch Amphion verkörpert, ein Sohn des Zeus und der Antiope, der als der mythische Erfinder der Dur-Tonart gilt und eine siebenseitige Leier spielte. Er wird inmitten von Vögeln dargestellt, den Wesen der Lüfte. Das zauberhafte Spiel seiner Leier soll Steine bewegt haben, um die Stadtmauer von Theben zu errichten. 
Die vierteilige Serie trägt einen weiteren Titel, Principes Musicæ (die Prinzipien der Musik), und spielt auf die Musiktheorie der Renaissance an, die hier mit der Vier-Elemente-Lehre zu einer kosmologischen Einheit verknüpft wird. Demnach ist das gesamte Universum harmonisch geordnet und jedes der Elemente steht für einen bestimmten Klang.
Die Zeichnung bereitet einen Kupferstich vor. Der Druckgraphik kam seit der Mitte des 16. Jahrhunderts enorme Bedeutung bei der Verbreitung künstlerischer Ideen zu. In Antwerpen wurden bedeutende Verlage gegründet, die Herstellung von Druckgraphik differenzierte sich zunehmend aus: Zeichner lieferten Entwürfe, die von Stechern auf Kupferplatten übertragen und gestochen wurden. Spezialisierte Schriftstecher ergänzten oft noch Bildunterschriften, Bibelzitate oder Sinnsprüche. Durch die Seitenverkehrung beim Druck musste die Schrift vorher spiegelverkehrt gestochen werden. Drucker zogen die Platten in hohen Auflagen ab und Verleger verkauften sie anschließend. 
Van de Passe hat seine Zeichnung selbst in den Kupferstich übertragen; eine zweite Vorzeichnung für das Element Erde (KdZ 2260) befindet sich ebenfalls in Berlin. 

Letzte Aktualisierung: 08.10.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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