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Christus von Engeln und Aposteln umgeben

Ident. Nr.: 766

ObjID: obj:2316266

Details (Expert)

Datierung
12./13. Jahrhundert
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Erwerbungsort: Venedig
Abmessungen
Durchmesser: max. 6,7 cm
Erwerbung
1889 aus Venedig erworben.

Objektbeschreibung

Das Relief zeigt eine mehrschichtige Komposition. Im mittleren, höchsten Streifen nimmt der jugendliche Christus (mit Kreuznimbus) in Halbfigur die Mitte ein. Er trägt Ärmeltunika und Mantel, der nur den rechten Arm freiläßt. Die Rechte hat er vor der Brust erhoben, im linken Arm hält er ein Buch. Die Beischrift IC XC benennt ihn als Jesus Christus. Er wird auf der einen Seite flankiert von der Halbfigur des bärtigen, mit Nimbus versehenen Bartholomaeus, der durch die Beischrift S BTOLOM identifiziert wird. Er hält ein Buch im linken Arm und hat die Rechte erhoben. Auf der anderen Seite Christi erscheint die Halbfigur des jugendlich dargestellten Marcus mit der Beischrift MARCVO, in gleicher Kleidung und im Gegensinne entsprechender Haltung wie Bartholomäus. Im unteren Streifen, ebenfalls durch Beischriften identifiziert, aber kleiner wiedergegeben, erscheinen die Halbfiguren der Heiligen Franziskus, Jakobus und Petrus.Den oberen Bildstreifen nehmen die Halbfiguren zweier mit Nimbus versehener Engel ein, die jeweils ein Lilienszepter in der einen und eine Kugel auf der anderen Hand tragen.
Das Medaillon wird seit dem Zweiten Weltkrieg vermisst.

Letzte Aktualisierung: 24.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

Das Relief ist aus Basalt, einem sehr harten vulkanischen Gestein. Weil es so schwer zu bearbeiten ist, ist das Relief nur ganz flach ausgeführt.Die Darstellung ist in einem modern anmutenden, fast Comic-artigen Stil gehalten. Rechts steht eine Säule auf einem Stufensockel. Auf der Säule erscheint ein bärtiger Mann, von dem nur der Oberkörper sichtbar ist. Der Unterkörper wird von einer Brüstung verdeckt, deren Oberkante durch eine dünne Linie angedeutet wird. Ein fliegender Vogel hält einen kleinen Kranz über ihn. An die Säule ist eine Leiter gelehnt, die ein zweiter Mann hinaufgestiegen ist. In seiner rechten Hand hält er ein Weihrauchgefäß. Es hat die Form eines Kelches und ist an einer Kette aufgehängt. Beide Männer tragen jeweils ein typisches Mönchsgewand. Es hat die Form eines langen, gegürteten Hemdes. Über den Kopf ist eine Kapuze gelegt, die mit einem Kreuz geschmückt ist.Der Mann auf der Säule stellt einen christlichen Heiligen, den syrischen Asketen Symeon d. Ä. (um 390-459) dar. Die historisch bezeugte Gestalt lebte zuerst als Mönch in einem Kloster im nordsyrischen Kalksteinmassiv nordöstlich von Aleppo. Als junger Mann zog sich Symeon auf einen Felsen zurück und widmete sich der Verehrung Gottes. Später wurde dort eine Säule errichtet, auf der er lebte, die Säule wurde mehrmals erhöht. Zuletzt war sie 17 bis 20 Meter hoch. 42 Jahre soll Symeon ununterbrochen auf dieser Säule zugebracht haben. Weil Symeon als heilig und weise galt, kamen bald große Mengen von Pilgern herbei, zu denen Symeon mehrmals täglich predigte und ihnen Ratschläge gab. Auch nach seinem Tod reisten zahlreiche Pilger zu der Säule, um dort zu dem Heiligen zu beten. Sie nahmen von dem Pilgerort Andenken mit, an deren heilkräftige Wirkung sie glaubten. Um den Standort der Säule herum wurde das große Pilgerheiligtum Qal’at Sim’an mit einer christlichen Kirche, einem Baptisterium und Pilgerwohnungen errichtet, um den Pilgern Platz und einen Raum für Gottesdienste zu bieten. Weihrauch wurde bei christlichen Gottesdiensten verwendet. Der Mönch auf der Leiter mit dem Weihrauchgefäß könnte auf Gottesdienste im Symeons-Heiligtum hinweisen.Symeon war nicht der einzige christliche Mönch, der ein Leben auf einer Säule führte, aber einer der frühesten und der berühmteste. Diese Mönche werden Säulensteher oder Styliten genannt, nach dem griechischen Wort „stylos“ für Säule. Sie stellten sich auf Säulen, um sich von dem als sündig angesehenen Alltagsleben zu entfernen und sich ganz Gott zu widmen.Das Relief war möglicherweise an der Fassade einer frühchristlichen Kirche im syrischen Kalksteingebiet eingelassen. Solche Reliefs sind von anderen Kirchen in dieser Gegend bekannt. Zeitlich und stilistisch vergleichbare Darstellungen befinden sich im Museum von Damaskus und im Louvre zu Paris.GM