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almeno due

Ident. Nr.: F.V. 355

ObjID: obj:2317094

Dauerleihgabe des studierendenWERKS BERLIN
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ursula Sax (1935 ),
Künstler*in
Datierung
1957
Weitere Titel
Sammlungstitel: almeno due
Mindestens zwei
Übersetzung: At Least Two
Material / Technik
Lackfarbe auf Eisen
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 250 x 207 x 45 cm
Erwerbung
Seit 2018 Dauerleihgabe des studierendenWERKS BERLIN

Objektbeschreibung

Nachdem Sax von 1950 bis 1955 an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Stuttgart Bildhauerei studiert hatte, wechselte sie an die Hochschule für Bildende Künste in West-Berlin, um ihr Studium bei Hans Uhlmann fortzusetzen. Als unmittelbar neben dem Hochschulgebäude an der Hardenbergstraße ein Wohnheim gebaut wurde, erhielten vier Studierende der Uhlmann-Klasse Aufträge für die künstlerische Innengestaltung. Von den für sie zur Verfügung gestellten 300 D-Mark kaufte Sax ein Schweißgerät und alte Eisenteile. Es entstand das mehrteilige plastische Ensemble mit dem Charakter eines Reliefs aus teils geschlossenen und teils durch parallele Stäbe geöffneten Partien. Diese Form der Öffnung von Volumina begegnet bereits bei den Eisenplastiken von Julio González und Pablo Picasso. Sie dürfte Sax durch Uhlmann vermittelt worden sein, der bereits 1935 Köpfe aus Draht hergestellt (vgl. NG 10/76) und 1954 in der Hochschule der Musik die Skulptur „Concerto“ realisiert hatte, bei der die Parallelstäbe für Saiten stehen. Das Werk von Sax wurde Jahrzehnte später wegen Umbauarbeiten auf den Dachboden des Wohnheims verbracht, dort 2015 wiederentdeckt und in der Folge restauriert. Dabei veränderte die Künstlerin die ursprüngliche Farbfassung in seidenmattem Schwarz zu einem wärmeren Staubgrau. Auch gab sie dem Werk nun erstmals einen Titel: „almeno due“ (ital. „mindestens zwei“) hebt die anthropomorphen Qualitäten hervor und deutet an, dass es sich um zwei bis vier abstrahierte Figuren handeln könnte. | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz