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"Japanerin" mit Fruchtkorb

Ident. Nr.: Hz 216 a

ObjID: obj:2319150

Details (Expert)

Beteiligte
Herstellung: Königliche Porzellanmanufaktur Berlin (KPM) (gegründet 1763),
Porzellanmanufaktur
Entwurf: Friedrich Elias Meyer (geb. 1723/24, gest. 02.10.1785),
Modelleur*in
Datierung
um 1769/70
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Berlin
Abmessungen
Höhe: 39,2 cm
Durchmesser: Sockel 11,7 cm
Höhe x Durchmesser: Korb 10,7 x 23,4 cm
Gewicht: 2428 g

Objektbeschreibung

Der Tafelaufsatz gehört zu dem "Japanischen Tafelservice", das der preußische König Friedrich II. im Jahr 1769 bei der Königlichen Porzellanmanufaktur (KPM) in Auftrag gab. Vermutlich war es für das Chinesische Haus im Park von Sanssouci bestimmt. Die diversen Serviceteile waren, entgegen der Modellbezeichnung, mit Chinoiserien bemalt, farbigen phantasiereichen Darstellungen von exotischen Figuren in einer ländlichen Szenerien. Sie basieren auf Stichvorlagen nach Jean Pillement und François Boucher. Im Fall des Fruchtkorbs ist eine asiatisch gekleidete Frau vollplastisch dargestellt. Sie steht an einem Palmenbaum und hält auf der Linken einen Papagei. Ein Knabe mit Sonnenschirm (fragmentarisch) und auf dem Rücken befestigten Hut kommt von der Rückseite und greift nach dem Vogel. In der Rechten hält die Frau eine Glocke. In der Sammlung des Kunstgewerbemuseums befindet sich auch eine unstaffierte Variante desselben Modells (Inv. Nr. M 1361 a,b), das in Details der Modellierung abweicht. Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 342, Kat. Nr. 58.
ClKa

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa