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Vermutlich ein Pilgerzeichen mit dem heiligen Bernhardin von Siena

Ident. Nr.: 1917

ObjID: obj:2320502

Details (Expert)

Datierung
2. Hälfte 15. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Material / Technik
Blei-Zinn, mit Bronzebelag (?)
Abmessungen
Durchmesser: 3,1 cm
Erwerbung
Wohl 1892 (oder 1891?) als anonyme Schenkung aus Rom in die Sammlung gelangt.

Objektbeschreibung

Das zweiseitig verzierte Pilgerzeichen trägt auf der Vorderseite die Darstellung des heiligen Bernhardin von Siena. Er ist durch seine Kutte als Franziskanermönch und durch den Nimbus als Heiliger gekennzeichnet. In seiner linken Hand hält er eine Scheibe mit der Aufschrift „ihs“. Sie steht für einen Strahlenkranz mit dem Namenszug Christi, der während einer seiner Predigten über ihm erschienen sein soll. In seiner rechten Hand hält er ein Buch. Drei seitlich von ihm dargestellte Bischofsmützen verweisen auf Bischofsämter, die er ablehnte. Das Bildfeld wird von einem Inschriftenband gerahmt: „Sancte : bernadine : ora: pro : nobis“.
Auf der Rückseite erscheint ebenfalls der Namenszug „IHS“ sowie die Inschrift: „AVTEM IENS PER MEDIUM T“ (?). Vermutlich ist ein Vers aus dem Lukasevangelium gemeint (LK 4,30): „Jesus aber ging durch ihre Mitte hindurch.“ Dieser Vers ist als Schutzdevise zu verstehen.
Das Stückf wird seit dem Zweiten Weltkrieg vermisst.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)