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Tafelensemble "Bestiarium"

Ident. Nr.: 2017,14 a-o

ObjID: obj:2322898

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Maria Volokhova (geb. 1980),
Künstler*in
Datierung
2015
Geografische Bezüge
Abmessungen
Allgemein: Maßangaben bei den Einzelobjekten.

Objektbeschreibung

"Haben wir es mit einem Gebrauchsobjekt oder einem zweckfreien Kunstwerk zu tun? Diese Frage stellt sich bei der Betrachtung der biomorphen Teekanne aus dem Tafelensemble 'Bestiarium', das 2015 in einer Kooperation der Porzellankünstlerin Maria Volokhova (geb. 1980) mit dem Berliner Designbüro SHAPES iN PLAY entstand. Die Kanne hat einen flachen Korpus, an einen Schildkrötenpanzer erinnernden Korpus, der allerdings aus einzelnen Kugeln mit prismatisch gebrochenen Oberflächen besteht. Der Kannengriff mutet asiatisch an. Die Schnaupe ist eine Mischung aus Fisch- und Schildkrötenkopf. Den Untersatz bilden naturalistische Hühnerbeine. Nicht minder fantasievoll sind die weiteren Teile des Tafelensembles gestaltet: eine Fischplatte mit Hechtkopf, eine auf Hühnerfüßen stehende Tortenplatte mit Haube und Vogelkopf, eine kleine Vase in Fischkopfform sowie kugelige Schalen sowie Teller mit Digitaldruck-Dekoren. In mehrfacher Hinsicht kreist das künstlerische Konzept um den Begriff der Hybridität und bewegt sich dabei zwischen den Polen Funktionalität und Zweckfreiheit, Naturnähe und Fantasie, Kunsthandwerk und Design. In der Mischung aus analogen und digitalen Elementen ist auch der Herstellungsprozess hybrid. Ausgangspunkt der Arbeit bilden Naturabformungen aus Gips. Mittels Scans und einer speziellen Software entstanden daraus die Modelle, die am 3-D-Drucker in Polyamid ausgedruckt wurden. Von den solchermaßen digital generierten Modellen sind die Negativformen für den Porzellanguss abgenommen worden.
Nicht nur die technische Experimentierfreude, sondern auch die Reminiszenzen an historische Vorbilder – die Fantasiewesen von Hieronymus Bosch etwa oder auch die Schaugerichte der Barockzeit – und die Begeisterung für das Material Porzellan machen den Reiz dieses eigenwilligen Tafelensembles aus."
Claudia Kanowski, in: Details! 100 Lieblingswerke im Kunstgewerbemuseum, Dresden, Berlin 2018, S. 242f.

ClKa

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .

Ovale Bildplatte mit dem Bildnis des Evangelisten Markus

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Ovale Bildplatte mit Blaumalerei. Dargestellt ist der Evangelist Markus, als bärtiger Mann, im Dreiviertelporträt. Er stützt seinen Kopf in die Linke, in der Rechten hält er ein Buch, sein Testament, in dem er liest. An seiner linken Seite erscheint sein Attribut, ein geflügelter Löwe. Am linken Rand der Platte ist ein Baum dargestellt, im Vordergrund Graswerk. Am Rand acht Ornamentmotive. Über der Figur der Schriftzug "St. MARCUS".Im Bestand des Kunstgewerbemuseums befinden sich insgesamt vier Evangelistenplatten (Inv. Nr. K 1571-1574). Zwei weitere, stilistisch verwandte Bildplatten im Bestand zeigen Porträts von zweien der drei Gründer der Nürnberger Fayencemanufaktur, Johann Conrad Romedi und Christoph Marx (Inv. Nr. K 1569 und K 1570), beide rückseitig in einer Inschrift von Georg Michael Tauber signiert und 1720 datiert - daher die Zuschreibung auch der Evangelistenplatten an Tauber. Während der deutsch-deutschen Teilung befanden sich die beiden Platten mit den Porträts der Firmengründer im Kunstgewerbemuseum Berlin-West und die vier Platten mit den Evangelisten im Kunstgewerbemuseum Berlin-Ost. Heute sind alle sechs Bildplatten in Schloss Köpenick, der Dependance des Berliner Kunstgewerbemuseum, gemeinsam ausgestellt. Evangelistenplatten (rechteckige) gehörten auch zum Repertoire der Dorotheenthaler Fayencemanufaktur. Möglicherweise lagen dieselben Stichvorlagen zugrunde.Lit.: Katalog KGM (Köpenick) 1988, S. 92, Text von Christiane Keisch; Silvia Glaser: Nürnberger Fayencen. Bestandskatalog GNM Nürnberg, 2017, S. 35f. (Abb. der Platten mit den Gründerporträts, Inv. Nr. K 1569, K 1570).ClKa