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Ohne Titel

Ident. Nr.: B UHP 125/13

ObjID: obj:2326261

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Barnett Newman (1905 - 1970),
Künstler*in
Datierung
1945
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ohne Titel
Übersetzung: Untitled
Provenienz
Besitz des Künstlers,
1945-1970
Nachlass/Vermächtnis: Nachlass des Künstlers / Annalee Newman,
1970-1987
Kauf: Galerie Folker Skulima,
1987-1988
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
1988-2010
Abmessungen
Höhe x Breite: 29,3 x 41,3 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Mit seinen zarten, biomorphen Liniengeflechten ist das 1945 entstandene, unbetitelte Aquarell typisch für die frühen Zeichnungen des Künstlers. Gleichzeitig weist die Strukturierung des Bildes durch parallel verlaufende vertikale Farbflächen bereits die malerischen Grundprinzipien von Newmans reifem Œuvre voraus. Die im vorliegenden Blatt noch ungenau erscheinenden schlierenhaften Farbfelder wandelten sich im Verlauf der weiteren Werkentwicklung zu monochromen Flächen, die durch dünne kontrastierende Farblinien unterbrochen werden. Diese „Zips“ setzte Newman nicht etwa zu einer Teilung des Bildformats, sondern zur Vereinheitlichung eines Farbfeldes ein. Bereits in den Jahren 1946 bis 1949 führte er in großformatigen Gemälden die Reduktion von Form und Farbe auf diese Weise ins Extrem und blieb jenem Stil bis zu seinem Tod treu (vgl. sein spätes Gemälde „Who’s Afraid of Red, Yellow and Blue IV“, 1969/1970, NG 5/82). | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz