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Ohne Titel

Ident. Nr.: B UHP 139/13

ObjID: obj:2326272

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ad Reinhardt (1913 - 1967),
Künstler*in
Datierung
1945
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ohne Titel
Übersetzung: Untitled
Provenienz
Besitz/Nachlass des Künstlers,
1945-1973
Kauf: Marlborough Fine Art,
1973-1989
Kauf: Marlborough International,
1989-1999
Kauf: Marlborough Galerie,
1989-1999
Ulla und Heiner Pietzsch,
1999-2010
Abmessungen
Höhe x Breite: 29,1 x 48,2 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Im Jahr 1945 schuf Reinhardt die kleinformatige Gouache „Ohne Titel“. Sie besteht optisch aus zwei Teilen, wobei die linke Seite von einem grünlich-blauen Hintergrund mit biomorphen Formen, die rechte dagegen von Weißabstufungen bedeckt ist. Jeweils vertikal angelegt verlaufen auf beiden schwarze Schriftzeichen, die gelb beziehungsweise rot akzentuiert sind. Seit 1937 war Reinhardt Mitglied der American Abstract Artists, nachdem er sich nach einem Studium der Kunstgeschichte erst ein Jahr zuvor der Malerei zugewandt hatte. Von Beginn an bediente er sich einer abstrakten, zunächst noch stark an kubistischen sowie konstruktivistischen Kompositionsschemata orientierten Malerei, von der er sich in den folgenden Jahren immer weiter löste. Seine Bilder mündeten Anfang der 1950er-Jahre in einem All-over aus kalligrafischen, später dann vor allem blockartigen farbigen Bildelementen, die er auf ein enges chromatisches Farbspektrum beschränkte. Nichts in Reinhardts Bildern weist auf die Realität außerhalb der Malerei hin, aber alles auf deren Konstanten: Farbe, Form und Proportion. Die Konzentration auf die Mittel und Ausdrucksmöglichkeiten der Malerei fanden ihren Höhepunkt in Reinhardts „Black Paintings“ (1954–1967), rechteckige und auf den ersten Blick monochrom schwarze Gemälde, mit denen er die abstrakte Malerei bewusst an ihre Grenzen trieb. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz