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Angehaltene Bewegung

Ident. Nr.: B UHP 69/13

ObjID: obj:2326280

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Adolph Gottlieb (1903 - 1974),
Künstler*in
Datierung
1945
Weitere Titel
Sammlungstitel: Angehaltene Bewegung
Übersetzung: Suspended Animation
Provenienz
Erwerbungsart ungeklärt: Privatsammlung,
ohne Datum
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
2003-2010
Abmessungen
Höhe x Breite: 59,7 x 44,5 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

„Pictographs“ (Piktografien) nannte der US-amerikanische Künstler Gottlieb die von ihm seit 1941 entwickelten Bilder, bei denen er zeichenhafte Symbole meist in gitterartig aufgeteilte Kästchen arrangierte. Das Gitternetz fehlt in „Angehaltene Bewegung“, doch strukturiert das wie bei einem Mobile angelegte Liniengerüst, an dem schwarz-weiße amorphe Elemente hängen, die Komposition. Die feingliedrige Konstruktion schwebt nahezu frei in dem auf dem braunen Papier nur angedeuteten Raum, aus dessen Boden tierhafte Gebilde hervorschauen. Schaukelnde Augen- und Kopfformen erinnern an die Traummalerei Joan Mirós (vgl. etwa „Malerei“, 1925, Nationalgalerie, Schenkung Pietzsch). In der Tat war Gottlieb, nachdem er sich Mitte der 1930er-Jahre zunächst zusammen mit Mark Rothko in der Künstlergruppe The Ten dem Expressionismus und der Abstraktion verschrieben hatte, seit Anfang der 1940er-Jahre stark vom Surrealismus und der Zeichensprache indigener Einwohner Nordamerikas inspiriert. Es waren vor allem das Element des Unbewussten und der assoziative Zugang zur Kunst, die ihn daran interessierten. Gottlieb verfolgte mit seiner Gestaltung keine konkrete Aussage, vielmehr wollte er Assoziationen bei den Betrachter:innen wecken. Denn nur in der Anschauung fand das Kunstwerk für den Maler seine Vollendung. Zusammen mit Mark Rothko und Barnett Newman gehörte Gottlieb zu den Wegbereitern eines neuen nordamerikanischen Stils, der zwar aus den Entwicklungen der europäischen Moderne schöpfte, sich jedoch ebenso klar davon emanzipierte. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz