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Ohne Titel

Ident. Nr.: B UHP 70/13

ObjID: obj:2326281

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Adolph Gottlieb (1903 - 1974),
Künstler*in
Datierung
1950
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ohne Titel
Übersetzung: Untitled
Provenienz
Kootz Gallery, New York,
10.1988
Autkion Sotheby's, New York, Sale 5750,
8.10.1988–8.10.1988
Galerie Michael Haas, Berlin,
402385
Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch, Berlin,
17.12.2010
Abmessungen
Höhe x Breite: 49 x 62,7 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Auf einer gold-beigefarbenen Fläche bilden schwarze Linien ein rasterförmiges Muster. Die dadurch entstehenden Kästchen sind mit verschiedenen Zeichen und Symbolen gefüllt: In der linken Bildecke befindet sich eine Kreisform, in der rechten ein stilisiertes Gesicht. Darüber hinaus integrierte Gottlieb verschiedene abstrakte Zeichen und Striche, die sich, je nach Abstand, zu unterschiedlichen Gebilden formen. Die Stärke des Tuscheauftrags variiert, sodass das Bild etwas Verschwommenes, Unkenntliches und Mysteriöses erhält. Das Bild ist ein Rätsel. Es regt dazu an, über das Gesehene nachzudenken, die Symbole zu entschlüsseln und einen eigenen Zugang zur Sphäre des Geheimnisvollen und Unergründlichen zu finden. Wesentlich beeinflusst wurde Gottlieb durch die Auseinandersetzung mit der Malerei von Paul Klee, der Kunst und Zeichensprache der indigenen Menschen Nordamerikas, dem Zen-Buddhismus und Carl Gustav Jungs Theorie vom kollektiven Unbewussten. Ab 1940 entstanden die sogenannten Pictographs, zu denen auch die vorliegende Arbeit gehört: Die vom Surrealismus inspirierten Raster sind ein Versuch, die Realität verschlüsselt auszudrücken. 1942 fand die erste Einzelausstellung mit Pictographs in der Artists Gallery, New York, statt. Gottlieb arbeitete bis ins Jahr 1951 an der Werkgruppe. | Eva Keller

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz