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Seidengewebe mit segelnden Reihern, Hirschen und Hunden

Ident. Nr.: 1873,256

ObjID: obj:2327398

Details (Expert)

Datierung
14. - 15. Jh.
Abmessungen
Höhe x Breite: 37 x 51 cm

Objektbeschreibung

Versetzt angelegte Reihen zeigen unterschiedliche Mustergruppen. Zum einen Reiher, die auf Wolkenbändern mit Sonnenstrahlen stehen. Ihre langen Hälse stecken sie durch ein schwellendes Segel, dessen Ende um den Hals des folgenden Vogels gelegt ist. In die Zwischenräume ragen die Geweihe der darunter auf hohen Baumstümpfen hockenden Hirsche. Am Fuß dieser Stümpfe sitzen Hunde mit nach oben gewendeten Köpfen und bellen herabstoßende Adler an. Die Darstellungen dieser unrealistisch märchenhaft anmutenden Sujets geht auf chinesische Einflüsse zurück. Die Muster stehen in Gold auf dem ehemals roten, heute zu gelblich verblichenen Fond.

Vergleichstück im KGM: W-1962,89 ein kleines Fragment, Darstellung eines Hundes.
Größeres Fragment in New York, Metropolitan Museum, Inv. nr. 46.156.38

Vgl auch im KGM das bedruckte Abendcape von Maria Monica Gallenga (1880-1944), bedruckt mit diesem Muster, Inv. Nr. 2003,KR 450.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa