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Relief von der Verkleidung eines Holzkastens mit der sitzenden Eva

Ident. Nr.: 3006

ObjID: obj:2338183

Details (Expert)

Datierung
verbale Datierung: 11./12. Jahrhundert
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Konstantinopel
Material / Technik
Elfenbein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 7 x 5,1 x 0,25 cm
Gewicht: 10,63 kg
Erwerbung
Zusammen mit Inv. 3005 als Geschenk des Landrichters Dr. Paul Liebermann erworben, wahrscheinlich im Jahr 1906

Objektbeschreibung

Das hochrechteckige Relief ist eine von zwei zusammengehörigen Relieftafeln. In einem mit einfacher Leiste gerahmten Bildfeld zeigen sie Eva bzw. Adam (Inv. 3005). Ursprünglich waren sie Teil der Verkleidung eines Holzkastens, ähnlich wie sie der vollständig erhaltene Rosettenkasten der Sammlung aufweist (Inv. xxxx). Auf der vorliegenden Tafel sitzt Eva im Profil nach rechts auf dem Aststumpf eines Baumstammes. Sie ist nackt, beide Hände sind in einem Gestus der Trauer an das Gesicht geführt. Rechts des Kopfes ist sie in griechischer Schrift als Eva bezeichnet. Der trauernde Gestus legt nahe, dass Eva unmittelbar nach dem Sündenfall und der Vertreibung aus dem Paradies dargestellt ist.

Letzte Aktualisierung: 23.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.