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Gestrandeter Wal

Ident. Nr.: KdZ 768

ObjID: obj:2342132

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Willem Pietersz. Buytewech (1591/92 - 1624),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1617 - 1624
Provenienz
David Bernhard Hausmann (1784-1873),
1875
Abmessungen
Blattmaß: 12,0 x 20,0 cm
Erwerbung
1875 von David Bernhard Hausmann, Hannover, erworben

Objektbeschreibung

Gestrandete Wale und andere Seeungeheuer waren zu allen Zeiten große Sehenswürdigkeiten – man denke nur an Dürers weiten Ausflug von Antwerpen nach Zeeland. Sie wurden als Winke Gottes oder auch als Unheilsboten angesehen. Dennoch scheint der von Buytewech gezeichnete Pottwal, dessen Schädel und drei Wirbel noch heute in der Kirche in Scheveningen aufbewahrt werden, von keinem anderen Künstler abgebildet worden zu sein.
Die Zeichnung des am 21. Januar 1617 zwischen Scheveningen und Kattwijk gestrandeten Tieres, die er später mit einigen Veränderungen als Radierung publizierte, muß Buytewech nach der Natur aufgenommen haben. Aufschlußreich ist, daß er sich in der gedruckten Version wieder stärker an das große, aber bereits fast zwanzig Jahre alte Vorbild des Kupferstichs von Jacob Matham nach Hendrick Goltzius (H. 317) anschloß, indem er den Ausschnitt weiter faßte, viel mehr und vornehmere Figuren gab und sogar den Wal selbst veränderte.
Unser Blatt besitzt dagegen die ganze Frische von Buytewechs zupackender Zeichenweise, die sich ganz vom Manierismus seiner Vorgänger löst und mit dem wenig Motive bietenden Leib des Riesentieres eine erstaunliche Monumentalität erreicht.

Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 204, Kat. IV.50 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett