Logo

Der Januar, Blatt 1 aus der Folge der "Zwölf Monate"

Ident. Nr.: 94-1961,1

ObjID: obj:2342146

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Jan van de Velde (2) (um 1593-1641),
Radierer*in
Ausführung: Claes Jansz. Visscher (1587 - 1652),
Verleger*in
Datierung
Herstellung: 1618
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der Januar, Blatt 1 aus der Folge der "Zwölf Monate"
Die Zwölf Monate mit Dorfansichten (die großen Platten)
De twaalf maanden, met dorpsgezichten
Material / Technik
Radierung
Abmessungen
Plattenrand: 27,5 x 36,3 cm
Blattmaß: 32,6 x 41,7 cm

Objektbeschreibung

Winterlandschaften waren ein beliebtes Bildthema in der holländischen Kunst. Jan van de Veldes Darstellung mit den Schlittschuhläufern auf dem Eise bildete das Titelblatt für eine von dem Amsterdamer Verleger Claes Jansz. Visscher 1618 verlegte Folge von 12 Monatsbildern. Das Thema, veranschaulicht durch die den wechselnden Jahreszeiten entsprechenden menschlichen Tätigkeiten, hat eine lange Tradition. In der spätmittelalterlichen Buchmalerei, beispielsweise in dem berühmten Stundenbuch »Très Ríches Heures« des Duc de Berry, schmückte man Kalender mit solchen Monatsdarstellungen. Van de Veldes Blätter basieren im großen und ganzen auf der Bildtradition: Im Mai ergehen sich vornehm gekleidete Liebespaare im Grünen vor den Toren der Stadt, im August wird die Ernte eingeholt, und der November ist der Schlachtemonat. Am Himmel erscheinen jeweils die entsprechenden Tierkreiszeichen.
Jan van de Velde war einer der Begründer der wirklichkeitsnahen Landschaftskunst in Holland am Anfang des 17. Jahrhunderts. Er radierte nach eigenen und nach fremden Vorlagen und hinterließ ein umfangreiches graphisches Werk von rund 500 Blättern, vornehmlich Landschaften und Porträts.

Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 207, Kat. IV.54 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Sankt Peter von Südosten

Sankt Peter von Südosten

Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)