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Teller mit Schlickerdekor und Inschrift

Ident. Nr.: 1882,13

ObjID: obj:2350056

Details (Expert)

Datierung
1733
Abmessungen
Durchmesser: 30,5 cm
Höhe: 4,6 cm

Objektbeschreibung

Der Teller mit breiter Fahne weist einen Schlicker- und Ritzdekor auf weiß engobiertem Grund in den Farbtönen Grün, Rot und Dunkelbraun auf: im Spiegel eine große Rosette, davon ausgehend alternierend sechs tulpenförmige Blumen und sechs Rosetten; auf der Fahne ein Blattkranz. Auf der Rückseite der Fahne ein weiterer Blattkranz aus liegenden, tulpenförmigen Blumen. Verteilt zwischen den Blüten auf Fahne und Spiegel die Inschrift: "FRITZ LEVWEBÄRGER" und im Spiegel "ano 1733", am äußeren Rand "BaRBRa WälCHLÿ, RS" sowie auf der Rückseite der Fahne "von langnauw". Den Forschungen von Andreas Heege und Andreas Kistler zufolge handelt es sich um den Dragonerleutnant Fritz Leuenberger und seine Ehefrau Barbara Wälchly von Oberlindenholz, heute Gemeinde Madiswil. Möglicherweise wurde der Teller zum 10. Ehejubiläum verschenkt (s. Andreas Heege, Andreas Kistler: Keramik aus Langnau. Zur Geschichte der bedeutendsten Landhafnerei im Kanton Bern, Bern 2017, Bd. 1, Abb. 320, S. 248 f.)
ClKa

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR