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Kirchhof von Heemskerk mit Obelisk

Ident. Nr.: KdZ 5705

ObjID: obj:2350997

Details (Expert)

Beteiligte
Nachfolge: Pieter Jansz. Saenredam (1597 - 1665),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1652 (?)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kirchhof von Heemskerk mit Obelisk
Die Kirche in Bergen in Nordholland von Osten
Provenienz
Adolf von Beckerath (1834-1915),
bis 1902
Abmessungen
Blattmaß: 14,3 x 19,4 cm

Objektbeschreibung

Die Zeichnung zeigt die Dorfkirche in der Gemeinde Heemskerk in der Provinz Nordholland, nordwestlich von Amsterdam, wo Maarten van Heemskerck als Sohn des Bauern Jacob Willemsz van Veen geboren und getauft wurde. Der anonyme Zeichner hat die Kirche von Südwesten aufgenommen und dabei auch den von Van Heemskerck gestifteten Obelisken gezeichnet. Hendrik de Leth fertigte zwischen um 1730 eine Radierung nach der Zeichnung für ein Buch mit 100 Ansichten der Region Kennermerland (Het Zegepralende Kennemerlant, vertoond in 100 heerlijke gezichten) an.

Letzte Aktualisierung: 16.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Der Abstieg zur Hölle, wo Christus nach dem Kreuzestod und vor der Auferstehung die Gerechten - angefangen von Adam und Eva bis hin zu Johannes dem Täufer - aus der Gewalt Satans befreite, wird im apokryphen Nikodemus-Evangelium erwähnt. Das Thema war im 15. Jahrhundert weit verbreitet. Mantegna könnte Anregungen von einem kleinen Bild seines Schwiegervaters Jacopo Bellini (Padua, Museo Civico) und von einem Bronzerelief Donatellos erhalten haben (Florenz, San Lorenzo). Unter den Zeichnungen des Kabinetts befindet sich noch eine exakte Wiederholung der Christusfigur, die auf einer um 1490/92 entstanden Gemäldeversion Mantegnas erscheint (KdZ 622; Kat. [Andrea Mantegna, London / New York 1992], Nr. 71, Farbabb.).Die Auseinandersetzung mit der Mantegna-Graphik ist von ständig wechselnden Zu- und Abschreibungen geprägt und in vielen Punkten noch klärungsbedürftig. Erst kürzlich wurden aus Anlaß der Londoner Ausstellung wieder zwei völlig divergierende Meinungen vertreten. Während Suzanne Boorsch vermutet, das gesamte Œuvre sei nur unter der Aufsicht des Meisters entstanden (ebd., S. 56ff.), verzeichnet der von David Landau erstellte Katalog sieben eigenhändige Werke und vier Attributionen. Unter den letzten wird auch der »Abstieg in die Hölle« aufgeführt. Die Argumente für eine Zuschreibung des Stichs an Mantegna überwiegen. So weicht die Komposition nur in wenigen, aber doch wichtigen Details von der Vorzeichnung in der École des Beaux-Arts zu Paris ab, einem unbestrittenen Autograph (ebd., Nr. 66, Farbabb.). Veränderungen und Zusätze wären einem rein reproduzierenden Graveur nicht erlaubt gewesen. Gewichtiger als dies ist aber der unvollendete Zustand der Platte, die nur in den zentralen Partien und auch hier ohne feine Tonnuancen durchgearbeitet ist, welche ein Stecher zum Schluß hinzufügen würde. Ein solches Nonfinito war wohl kaum für den Markt gedacht. Es ist Resultat des künstlerischen Experiments. Dieser Neugier mag ebenfalls verdankt werden, daß das Berliner Blatt in brauner Farbe abgezogen ist, welche die koloristischen Effekte der Federzeichnung imitiert (ein gleichartiger Abzug in London; Hind [Catalogue of Early Italian Engraving, London] 1910,S. 347, Nr. 5a).Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 252-253, Kat. V.10 (mit weiterer Literatur)