Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1935
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Ohne TitelOriginaltitel: Sin tituloÜbersetzung: Untitled
- Provenienz
- Schenkung: Privatsammlung, Schenkung des Künstlers,
ab 1935Nachlass/Vermächtnis: Privatsammlung, erworben im Erbgang von der Privatsammlung ,
bis 1998Auktion: Christie's, London,
1998Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
1998-2010 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 80 x 59,6 cmRahmenmaß: 105 x 82 x 5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2351840
Objektbeschreibung
Domínguez schuf eine Reihe traumartiger Landschaften, in denen er verschiedene surrealistische Bildmotive miteinander vereinte. Sein 1935 entstandenes Gemälde zeigt eine nackte menschliche Figur, deren Oberkörper baumartig verwachsen ist. Beide Hände münden in ein spitz zulaufendes Gerät, was den Eindruck erzeugt, als ob die Gestalt die vor ihr liegende glatte Meeresoberfläche pflüge und so unheilvolle Wellen hervorbringe. Hinter ihr verschmelzen tierische, menschliche und pflanzliche Elemente zu einer hoch emporragenden, grotesken Felsenlandschaft, die von einem auskragenden, nach links strebenden Stier angeführt wird. Diese dynamische Hybridgruppe, welche an Max Ernsts fliegende, bösartige Fabelwesen erinnert (vgl. „Die Erwählte des Bösen“, B 893), manifestiert sich vor einem entleerten Horizont, der wiederum mit den wie von indirektem Licht illuminierten Hintergründen Yves Tanguys (vgl. „Surrealistische Komposition“, Nationalgalerie, Schenkung Pietzsch) korrespondiert. Auch tritt zwischen einer Wolkenformation eine ausgestanzte Figurenform hervor, wie sie von René Magrittes Werken bekannt ist. Zwar galt Domínguez unter den Surrealisten vor allem als Eklektiker, die erstmals von ihm angewendete Décalcomanie wurde jedoch in die „Geheimnisse der surrealistischen Zauberkunst“ aufgenommen (André Breton, Oscar Dominguez. Vom Bilderabziehen ohne vorgefaßtes Thema, 1936, in: ders., Der Surrealismus und die Malerei, Berlin [West] 1967, S. 135). Diese Technik, bei der zwei mit Farbe bedeckte Blätter aufeinandergepresst werden und so zufällige fantastische Landschaften entstehen lassen, wurde von vielen Surrealisten übernommen. | Irina Hiebert Grun
Letzte Aktualisierung: 17.04.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de