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Die verkaufte Braut

Ident. Nr.: B UHP 149/13

ObjID: obj:2352046

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Juan Soriano (1920 - 2006),
Künstler*in
Datierung
1943
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die verkaufte Braut
Originaltitel: La Novia Vendida
Übersetzung: The Sold Bride
Provenienz
Besitz des Künstlers,
1943-vermutlich spätestens 1946
Kauf (?): Peter Smithers, Vico Morcote / Nachlass Peter Smithers,
vermutlich spätestens 1946-2007
Auktion: Christie's,
1.6.2007
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
2007-2010
Material / Technik
Wasserfarbe auf Papier
Abmessungen
Höhe x Breite: 64 x 49 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Der Maler, Grafiker, Bühnenbildner und Bildhauer Soriano schuf während seiner über sechzig Jahre andauernden Karriere unzählige Kunstwerke in einem sehr persönlichen expressiven Stil und von erstaunlich unterschiedlichem Ausdruck. In den 1940er-Jahren malte er narrative, surrealistische Szenen, die sich durch ihre Theatralisierung sowie eine geheimnisvolle Bildsprache, auszeichnen wie in dem Werk „Die verkaufte Braut“. Dessen Thema lehnt sich an die gleichnamige, 1866 uraufgeführte Oper von Bedřich Smetana und Karel Sabina an, in der eine Liebesgeschichte in bäuerlichem Umfeld erzählt wird: Ein Mädchen und ein Junge lieben sich, aber die Eltern der jungen Frau planen eine Zweckehe für diese. Soriano übertrug die Handlung in das ländliche Mexiko und malte eine Szene mit hohem oneirischen Gehalt und versteckter Symbolik. Die unglückliche Braut teilt sich die Bildmitte mit einer nackten Frau, die wahrscheinlich eine Traumvorstellung ihrer Befreiung symbolisiert. Rechts von ihr hält ihr eine weitere Frau einen Spiegel vor, der ihrem verschleierten Gesicht einen Totenkopf zurückwirft. Das kniende Mädchen links und der Junge im Vordergrund stehen für die soziale Herkunft der Braut und scheinen eine versteckte Botschaft ins Bild zu bringen, denn das Mädchen bietet in ihrer Hand ein Opfer dar, und der Junge, der den „Stier bei den Hörnern zu packen“ versucht, schafft es nur noch, das Tier an der Zunge zu fassen: Die „verkaufte Braut“ kann ihr Schicksal nicht in die eigenen Hände nehmen. | Francisca Cruz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz