Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1485
- Material / Technik
- —
- Abmessungen
- Gewicht: 31,66 gDurchmesser: 35 mm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2357170
Objektbeschreibung
Vorderseite: SIGISMUNDVS ARChIDVX AVSTRIE [Sigismundus Archidux Austrie]. Brustbild des Erzherzogs Sigismund nach rechts mit geschultertem Zepter.
Rückseite: Erzherzog Sigismund als Turnierritter nach rechts galoppierend, darunter Jahreszahl 1484. Im Außenrand acht Wappenschilde.
Kommentar: Die reichen Silbervorkommen Tirols brachten Erzherzog Sigismund auf die Idee, Silbermünzen im Wert eines Goldguldens auszugeben. Da diese Münzen wegen des Wertverhältnisses von Gold und Silber (etwa 1:12) um ein Vielfaches größer und schwerer sein mußten als alles bisherige Silbergeld, bedeuteten die Guldiner (Guldengroschen) Sigismunds nicht nur währungsgeschichtlich, sondern auch in der Münztechnik den Schritt vom Mittelalter in die Neuzeit. Die eigens dafür eingerichtete Münzstätte in Hall wurde für zwei Jahrhunderte der münztechnische Musterbetrieb Europas. Vor den ab 1486 ausgegebenen Guldinern sind ab 1484 schon Halbguldiner gemünzt worden, das hier vorliegende Stück im doppelten Gewicht, also als Guldiner. Solche Dickabschläge sind ab 1485 in den Prägeregistern nachweisbar. Bei den auf der Rs. im Außenrand angeordneten 14 Wappen handelt es sich um (im Uhrzeigersinn von oben rechts): Windische Mark, Pfirt, Elsass, Burgau, Krain, Steiermark, Alt-Österreich (größerer Schild), Haus Österreich (Bindenschild), Kärnten, Tirol, Habsburg, Österreich ob der Enns, Kyburg, Portenau.
Literatur: K. Moeser, Karl - F. Dworschak, Die große Münzreform unter Erzherzog Sigmund von Tirol (1936) Nr. 82.
Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18204703
Letzte Aktualisierung: 15.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Münzkabinett
E-Mail:
mk@smb.spk-berlin.de