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Großbritannien: Victoria

Ident. Nr.: 18204756

ObjID: obj:2357209

Details (Expert)

Datierung
1847
Geografische Bezüge
England,
Region
Material / Technik
—
Abmessungen
Gewicht: 28,32 g
Durchmesser: 39 mm

Objektbeschreibung

Vorderseite: Victoria dei gratia - britanniar reg f d [in gotischen Buchstaben]. Drapiertes Brustbild der Königin Victoria mit Bügelkrone nach links.

Rückseite: tueatur - unita deus // anno dom - mdcccxlvii [in gotischen Buchstaben]. Die ins Kreuz gestellten und bekrönten Wappenschilde von England, Schottland und Irland, getrennt durch Distel, Klee und Rosenblätter.

Literatur: G. Schön - J.-Fr. Cartier, Weltmünzkatalog 19. Jahrhundert. 15. Auflage (2004) Nr. 110; Coins of England & the United Kingdom. 42. Auflage (2006) Nr. 3883.

Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18204756

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

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Einrichtung:

Münzkabinett

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Athen

Athen

Vorderseite: Kopf der Athena nach r. Die Göttin trägt Ohrschmuck und einen attischen Helm, der mit drei senkrecht stehenden Olivenblättern geschmückt ist.Rückseite: A-Θ-E. In Vorderansicht aufrecht stehende Eule mit abgespreizten Flügeln in einem vertieften Viereck (sog. quadratum incusum), im l. F. oben ein Olivenzweig mit zwei Blättern.Kommentar: Kleine Stempelverletzung über dem Auge der Athena auf der Vs. - Am Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. beschlossen die Tyrannen von Athen, ihre Münzen zu verändern. Die alten Münzen mit bis zu 12 verschiedenen Bildmotiven eigneten sich nicht mehr für die Bedürfnisse des Fernhandels. Es wurde eine neue Einheitsmünze geschaffen, die heute zu den bekanntesten antiken Münzen überhaupt zählt. Sie zeigt auf der Vorderseite den behelmten Kopf der Stadtgöttin Athena. Auf der Rückseite ist in einem vertieften Quadrat (sog. quadratum incusum) eine stehende Eule dargestellt. Sie hält den Körper in Dreiviertelansicht zur Seite gewandt. Ihr Kopf aber ist frontal auf den Betrachter gerichtet, den sie aus großen runden Augen anblickt. In der langen Reihe der gleichförmigen athenischen „Eulen“ findet sich nur ein einziger Typ, der aus dem Rahmen fällt. Diese besondere Münze ist eine Dekadrachme, eine Münze im Wert von 10 Drachmen. Üblich waren in Athen Tetradrachmen, Münzen im Wert von vier Drachmen. Das Dekadrachmon überragte alle anderen athenischen Münzen an Größe und Gewicht. Der zweite Unterschied liegt im Aussehen der Eule. Sie steht aufgerichtet in Frontalansicht mit weit ausgebreiteten Flügeln vor dem Betrachter. Dieses Bild ist so auffallend, dass ihm eine besondere inhaltliche Bedeutung beigemessen werden muß. In welcher historischen Situation wurde diese Münze geschaffen? Das Dekadrachmon läßt sich aufgrund von Schatzfunden in die Jahre kurz nach 467 v. Chr. datieren. Das Trauma der Zerstörung Athens und der Akropolis durch die Perser lag zu diesem Zeitpunkt 13 Jahre zurück. Athen hatte in dem Delisch-Attischen Seebund ein Kampfbündnis gegründet, für das es mit vielen Inseln und Küstenstädten bilaterale Verträge geschlossen hatte. In den Jahren nach 480 v. Chr. drängten die Flotten unter athenischer Leitung die Perser immer weiter aus der Ägäis zurück. 467 war es den Athenern unter ihrem Admiral Kimon gelungen, die Perser an der Südküste der Türkei am Fluß Eurymedon (heute Köprü-Su bei Aspendos) vernichtend zu schlagen. Neue Städte traten dem Seebund bei, die unmittelbare Persergefahr schien gebannt. Athen gewann aus diesen Siegen Selbstbewußtsein und wuchs in die Führungsrolle hinein. Das Dekadrachmon, das für Großzahlungen im Fernhandel genutzt wurde, scheint nur vor dem Hintergrund dieser Siege verständlich. Die frontal stehende Eule mit den weit abgespreizten Flügeln, angriffsbereit und aggressiv, spiegelt den neuen Stolz der Athener infolge der Siege über die Perser. Für sich selbst und nach außen demonstrierten sie mit dem Münzbild ihre Bereitschaft zur Übernahme von Macht und Herrschaft. Es sind nur wenige Dekadrachmen überliefert, sie zählen heute zu den ganz großen numismatischen Raritäten. Diese Seltenheit zeigt, daß diese Münzen nicht in dem erwarteten Maße akzeptiert wurden, wohl nicht einmal bei der eigenen Bevölkerung. In Athen begann die Diskussion, wie man mit der aus dem Schutzbündnis entwachsenen neuen Weltlage umgehen sollte. Möglicherweise wurde wegen dieser Diskussionen das Dekadrachmon mit der „Kampfeule“ wieder abgeschafft. Als zu symbolträchtig mag man in einer bildarmen Zeit die Bildsprache auf den Münzen, dem einzigen Massenmedium der Antike, empfunden haben. In einer Zeit, in der der Delisch-Attische Seebund noch zu Bundesversammlungen zusammentrat, mochte aggressives Führungsstreben befremden. Wenige Jahre später wurde der Hegemonialanspruch Athens (gr. Arché) unverblümt erhoben. Die Bundeskasse wurde 454 v. Chr. von Delos nach Athen in den Parthenon verlagert, und Athen verlangte von den Bundespartnern, die eigenen Münzprägungen zugunsten der athenischen Eulen aufzugeben.Literatur: W. S. W. Vaux, Numismatic Chronicle 1853, 30 (dieses Stück); A. von Prokesch-Osten, Inedita meiner Sammlung autonomer altgriechischer Münzen (1854) 29 Taf. 2,76 (dieses Stück); F. Mainzer, Das Dekadrachmon von Athen, ZfN 36, 1926, 37-54; Ch. Seltman, Athens. Its history and coinage before the Persian invasion (1924) 211 Nr. 446 Stempel A301/P381 Taf. 20 (dieses Stück, ca. 486 v. Chr., löste eine rege Diskussion über die Datierung aus); A. von Sallet - K. Regling, Die antiken Münzen ³(1929) 11 mit Abb. (dieses Stück); P. R. Franke - M. Hirmer, Die Griechische Münze ²(1972) Nr. 357 Taf. 12 (dieses Stück); W. Fischer-Bossert, The Athenian Decadrachm. ANS Numismatic Notes and Monographs 168 (2008) 33 f. Nr. 1 Taf. 1, A; 9 (dieses Stück, mit Lit.). - Zur Erwerbungsgeschichte vgl. auch ebd. 81-83. - Zur Person Prokeschs s. D. Bertsch, Anton Prokesch von Osten (1795-1876). Ein Diplomat Österreichs in Athen und an der Hohen Pforte. Beiträge zur Wahrnehmung des Orients im Europa des 19. Jahrhunderts (2005).Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18200870

Priscus Attalus

Priscus Attalus

Vorderseite: PRISCVS ATTA-LVS P F AVG. Drapierte Panzerbüste des Priscus Attalus mit Diadem in der Brustansicht nach r.Rückseite: INVICTA RO-MA AETERNA // RMPS. Thronende Roma in der Vorderansicht, die l. Hand auf einen Speer gestützt, in der r. Hand ein Globus, darauf der Roma zugewandte Victoria mit Kranz und Palmzweig.Kommentar: Dieses Multiplum entspricht ungefähr 1/4 des röm. Pfundes (eigentlich 81 g) und damit, bei einem Verhältnis von Gold zu Silber von 1:18, einem Solidus (s. RIC X S. 14; Ph. Grierson - M. Mays, Catalogue of Late Roman coins in the Dumbarton Oaks Collection and in the Whittemore Collection (1992) 223. - Priscus Attalus war eng mit dem Senat in Rom verbunden, für den er als Botschafter bei Verhandlungen mit den Westgoten 408 n. Chr. tätig war. Er selbst hatte senatorischen Rang inne, war griechischer Abstammung und gehörte als Nicht-Christ zum Umkreis des Symmachus (er hatte selbst literarisches Talent). Priscus Attalus wurde im Januar 409 zum comes sacrarum largitionum und im selben Jahr auch zum Präfekten der Stadt Rom ernannt. In Absprache mit dem Westgoten König Alarich ernannte er sich angesichts der erwiesenen Unfähigkeit des Honorius im Herbst 409 n. Chr. zum Kaiser. Auch ließ er sich durch einen gotischen (damit arianischen) Bischof taufen. Es gelang den beiden Verbündeten nicht, Honorius aus Ravenna zu vertreiben und bald darauf wurde Priscus Attalus im Juni 410 n. Chr. in Rimini enthront, von den Goten inhaftiert und zugleich von Honorius begnadigt. Er verblieb in gotischer Haft, wurde nach Gallien verbracht und von dem neuen Westgotischen König Athaulf im 415 n. Chr. zum zweiten Mal zum Kaiser ausgerufen. Völlig abhängig von den Westgoten wurde er durch Constantius III. im Mai oder Juni 416 n. Chr. gefangen genommen. Honorius ließ ihm Zeigefinger und Daumen abschneiden (eine Strafe, die Priscus Attalus dem Honorius zugedacht hatte) und auf der Insel Lipari inhaftieren. Dort starb Priscus Attalus nach 417 n. Chr.Literatur: H. Dressel, Die römischen Medaillone des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin (1973) 414 ff. Nr. 282 Taf. 31 (dieses Stück); RIC X Nr. 1408 (dieses Stück); A. von Sallet - K. Regling, Die antiken Münzen ³(1929) 140 mit Abb. (dieses Stück).Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18200872

Theodosius I.

Theodosius I.

Vorderseite: D N THEODO-SIVS P F AVG. Drapierte Panzerbüste des Theodosius I. mit Diadem in der Brustansicht nach r.Rückseite: VICTOR-IA AVGG // COM. Zwei Kaiser mit Nimbus sitzen nebeneinander in Frontalansicht, gemeinsam einen Globus haltend. Über ihnen der Oberkörper einer Victoria in Frontalansicht. Unten zwischen ihnen ein Palmzweig. Beider Beine sind bedeckt. Im l. F. T, im r. F. R.Kommentar: Die Abkürzung COM steht für den Comes Auri, den für die Herstellung der Solidi zuständigen Hofbeamten, TR im Feld verweist auf die Prägestätte Trier, wo nun wieder nur ein Offizin Goldmünzen prägte. - Flavius Theodosius war am 11.1. 347 oder 346 n. Chr. in Spanien geboren worden und Sohn eines gleichnamigen Vaters und der Thermantia. Er war seit 376 mit Aelia Flavia Flaccilla verheiratet, nach ihrem Tod heiratete er 387 n. Chr. die Galla. Seit dem 19.1.379 war er Augustus. Im Jahre 380 n. Chr. ließ er sich nach einer Krankheit taufen. Am 19.1.383 n. Chr. erhob er seinen ca. sechsjährigen Sohn Arcadius zum Augustus, am 23.1.393 zudem den nunmehr neunjährigen Honorius. Theodosius erließ 391/392 n. Chr. mehrere Gesetze gegen den heidnischen Glauben und machte damit das Christentum zur Staatsreligion. Er starb am 17.1.395 n. Chr. in Mailand und wurde in Constantinopolis bestattet. Nach seinem Tode wurde das römische Reich unter seinen Söhnen in eine Ost- und eine Westhälfte aufgeteilt.Literatur: RIC IX Nr. 90 b; G. Depeyrot, Les Monnaies d'or de Constantin II à Zénon (1996) 124 Trier Nr. 53/2 (Juni 389-391 n. Chr.).Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18200902