Logo

Mauretanien: Iuba II.

Ident. Nr.: 18237914

ObjID: obj:2375506

Details (Expert)

Beteiligte
Antike Herrscherprägung: Iuba II. (25 v.-23 n. Chr.), König von Mauretanien,
Münzherr*in
Datierung
17/18 n. Chr.
Geografische Bezüge
Fundort: Marokko,
Land
Material / Technik
—
Abmessungen
Gewicht: 3,19 g
Durchmesser: 19 mm

Objektbeschreibung

Vorderseite: REX IVBA. Kopf des Iuba II. mit Löwenskalp nach r.Im Nacken eine Keule.

Rückseite: R XXXXII [im Regierungsjahr 42]. Kuh steht nach r. Zwischen den Hörnern Kopfschmuck der Isis.

Kommentar: Das vorliegende Stück ist Bestandteil eines Münzhortes, der 1907 in der Colonia Iulia Valentia Banasa [bei Regling (1910) abweichender Fundort Ksar-el-Kebir] im heutigen Marokko entdeckt worden ist. Der Fund umfasste mehrere Tausend Exemplare und gehört damit zu den größten bekannten Horten mit Iubadenaren. 26 Exemplare gelangten in das Berliner Münzkabinett. Andere wurden für die Sammlungen in New York, Paris, London, Algier und Winterthur gesichert. Eine Neuvorlage dieses wichtigen, um 17 n. Chr. schließenden Hortes steht durch das Münzkabinett in Winterthur bevor. - Der Löwenskalp auf dem Avers erinnert an die mythische Genealogie Iubas II. Der König behauptete, von dem Herculessohn Sophax abzustammen und reklamierte damit göttliche Ahnen für sich. Seine Gattin Kleopatra Selene beanspruchte für sich, sogar über beide Elternteile von Hercules abzustammen - pikanterweise eben auch über ihren Vater Marcus Antonius [dazu: D. W. Roller, The World of Juba II and Kleopatra Selene (2003) 154 f.]. Anders als sein Vater Iuba I. nimmt Iuba II. die Herculesangleichung nicht über die Physiognomie vor, sondern über Attribute, hier den Löwenskalp. Dies gibt dem König die Freiheit, sein Gesicht stark an das römische Ideal anzugleichen (vgl. K. Fittschen, Die Bildnisse der mauretanischen Könige und ihre stadtrömischen Vorbilder, Madrider Mitteilungen 15, 1974, 156-173. 167) und auf subtile Art seine Verehrung des - mittlerweile verstorbenen - Princeps auszudrücken. In eine ähnliche Richtung deutet die Übernahme des Kuhmotivs von den augusteischen Aurei RIC I² Nr. 536-538. Auch dies ist mit Dieter Salzmann als ehrende Geste gegenüber Augustus zu verstehen; gleichzeitig wird das Motiv durch Beigabe des Isisschmucks verändert und an die eigenen Bedürfnisse angepasst: Nun auf ägyptische Kulte der Isis bzw. Hathor gemünzt, nimmt es Bezug auf Iubas Gattin Kleopatra Selene.

Literatur: K. Regling, Zum Fund von Iubadenaren in Alkasar, ZfN 28, 1910, 9-27. 21 Nr. 33 (dieses Stück); J. Mazard, Corpus Nummorum Numidiae Mauretaniaeque (1955) 94 Nr. 226; SNG Kop. Nr. 589; D. Salzmann, Zur Münzprägung der mauretanischen Könige Juba II. und Ptolemaios, Madrider Mitteilungen 15, 1974, 174-183. 178; J. Alexandropoulos, Les monnaies de l'Afrique antique (400 av. J.-C. - 40 ap. J.-C.) (2007) 420 Nr. 172; M. Spoerri-Butcher, Le monnayage d'argent émis par le roi Juba II de Maurétanie (I): Catalogue des monnaies datées, SNR 94, 2015, 33-114. 71 Typ 41 Nr. 479 (dieses Stück); IGCH I Nr. 2307.

Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18237914

Letzte Aktualisierung: 30.10.2026

Kontakt

Einrichtung:

Münzkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Tessera

Tessera

Vorderseite: Kamel nach r. Auf seinem Rücken Triumphalcurrus, darin ein Affe (?) als Lenker mit Zepter und ausgestreckter r. Hand, dahinter ein kleinerer Affe. Umgeben von einer Kreislinie.Rückseite: AVC. Schrift umgeben von einem Punktkreis (innen) und einem Lorbeerkranz (außen).Kommentar: Wohl die Persiflage einer Triumphszene. Die Datierung ergibt sich aus Stempelkopplungen, vgl. dazu T. Buttrey, The spintriae as a historical source, Numismatic Chronicle 1973, 52 ff.; R. Göbl, Antike Numismatik II (1978) Taf. 8.Literatur: A. de Belfort, Essai de classification des tessères romaines en bronze, Annuaire de numismatique 16, 1892, 171 ff. 174 Taf. 6,11 (dieses Stück). Vgl. für die Vs.: H. Cohen, Description historique des monnaies H. Cohen, Description historique des monnaies frappées sous l'empire romain VIII (1892) 130 Nr. 79 Taf. 8; R. Martini, Tessere numerati bronzee romane nelle civiche raccolte numismatiche del Comune di Milano, Annotazioni Numismatiche Suppl. 9, 1997, 26 f. Nr. 40 mit Abb.; L. Jacobelli, Tessere numerali bronzee romane nelle civiche raccolte numismatiche del comune di Milano, Annotazione Numismatiche 10, 1997, 26 Abb. 19; dies., Spintriae e ritratti giulio-claudii. Significato e funzione delle tessere bronzee numerati imperiali (2000) 20 f. Abb. 53. Vgl. für die Rs. B. Simonetta - R. Riva, Le tessere erotiche romane (1981) 11 Gruppe C Szene 6 Stempel D Taf. 3. Vgl. auch R. Göbl, Antike Numismatik II (1978) 130 Nr. 72 Taf. 8 (AVG ligiert).Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18203170