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Mauretanien: Iuba II.

Ident. Nr.: 18237948

ObjID: obj:2375522

Details (Expert)

Beteiligte
Antike Herrscherprägung: Iuba II. (25 v.-23 n. Chr.), König von Mauretanien,
Münzherr*in
Datierung
25 v.-23 n. Chr.
Geografische Bezüge
Fundort: Marokko,
Land
Material / Technik
—
Abmessungen
Gewicht: 2,86 g
Durchmesser: 19 mm

Objektbeschreibung

Vorderseite: REX IVBA. Kopf des Iuba II. mit Diadem nach r.

Rückseite: BACIΛICCΑ KΛEOΠATPA. Drapierte Büste der Kleopatra Selene mit Diadem in der Brustansicht nach l.

Kommentar: Das vorliegende Stück ist Bestandteil eines 1907 in Ksar-el-Kebir (Marokko) entdeckten Münzhortes. Der Fund umfasste mehrere Tausend Exemplare und gehört damit zu den größten bekannten Horten mit Iubadenaren. 26 Exemplare gelangten in das Berliner Münzkabinett; andere wurden für die Sammlungen in New York, Paris, London, Algier und Winterthur gesichert. Eine Neuvorlage dieses wichtigen, um 17 n. Chr. schließenden Hortes steht durch das Münzkabinett in Winterthur bevor. - Gesicht und Frisur Iubas II. sind auf den Geprägen insgesamt stark an das römische Ideal angeglichen (vgl. K. Fittschen, Die Bildnisse der mauretanischen Könige und ihre stadtrömischen Vorbilder, Madrider Mitteilungen 15, 1974, 156-173, 167). So hatte Iuba auf subtile Art bereits seine Verehrung des ersten Princeps, Augustus, ausgedrückt. Dieser römischen Gestaltung entgegen gesetzt ist die Rückseite, auf welcher der Name der Königin in griechischer Schrift wiedergegeben wird. Hier zeigt sich, dass sich Iuba auch der Tradition des hellenistischen Königtums und insbesondere des Ptolemäer-Reiches verpflichtet sah (mit L. Schumacher, Die fast perfekte Romanisierung des „Barbaren\", Bollettino di Archeologia online 1, 2010, 56-64, 63). Die Datierung der Prägung ist problematisch, da nicht einmal das Jahr der Eheschließung Iubas mit Kleopatra Selene bekannt ist. Neuere Forschungen gehen davon aus, dass die Heirat nicht erst um 20 v. Chr. erfolgte, sondern etwa zeitgleich mit der Inthronisierung des Königs, mithin ca. 25 v. Chr. [dazu etwa: D. W. Roller, The World of Juba II and Kleopatra Selene (2003) 86 f.].

Literatur: K. Regling, Zum Fund von Iubadenaren in Alkasar, ZfN 28, 1910, 9-27. 25 f. Nr. 63 (dieses Stück); J. Mazard, Corpus Nummorum Numidiae Mauretanique (1955) 119 Nr. 365; IGCH I Nr. 2307. Vgl. SNG Kop. Nr. 566 (datiert ca. 11 n. Chr., Ohrring hier nicht mit einer, sondern mit drei Perlen). Vgl. D. Salzmann, Zur Münzprägung der mauretanischen Könige Juba II. und Ptolemaios, Madrider Mitteilungen 15, 1974, 174-183, 177 f.

Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18237948

Letzte Aktualisierung: 30.10.2026

Kontakt

Einrichtung:

Münzkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Constantius II.

Constantius II.

Vorderseite: D N FL CONSTA-NTIVS P F AVG. Büste des Constantius II. im Konsularsgewand mit Diadem sowie einem Adlerzepter in der r. Hand in der Brustansicht nach r.Rückseite: DEBELLATO-RI GENTT // BARBARR. Constantius II. im Panzer reitet mit eingelegter Lanze nach r. über einen gefallenen Feind hinweg und auf einen zweiten niederbrechenden Gegner zu.Kommentar: Die Rs. ist stempelgleich mit anderen Rs., die auf der Vs. das Bildnis des Constans tragen. - Flavius Iulius Constantius war der zweite von drei Söhnen des Constantinus I. und der Fausta. Er wurde am 7.8.317 n. Chr. in Sirmium geboren. Am 8.11.324 n. Chr. erhielt Constantius den Rang eines Caesar, ab dem 9.9.337 teilte er sich als Augustus die Herrschaft mit seinen Brüdern. Nach dem Tod des Constantinus II. im Jahre 340 und des Constans 350 n. Chr. war er der einzige überlebende Sohn des Constantinus I. Erfolgreich konnte er die Usurpation des Magnentius 353 niederwerfen und ernannte erst Constantius Gallus, dann Iulianus zu seinem Mitherrscher. Während der Vorbereitungen zum Kampf mit dem von seinen Truppen zum Augustus ausgerufenen Iulianus starb Constantius II. am 3.11.361 n. Chr. nahe Tarsos in Kilikien. Obwohl Constantius schon während seiner Herrschaft das Christentum tatkräftig unterstützt hatte, ließ er sich wie sein Vater erst auf dem Totenbett taufen.Literatur: H. Dressel, Die römischen Medaillone des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin (1973) 379 f. Nr. 238 Taf. 27; Gnecchi II 146 Nr. 4 Taf. 136,3 (dieses Stück); RIC VIII Nr. 345 (dieses Stück, datiert 337-340 n. Chr.).Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18211517

Domitianus: Fälschung (Paduaner)

Domitianus: Fälschung (Paduaner)

Vorderseite: IMP CAES DOMIT AVG GERM COS [...]. Kopf des Domitianus mit Lorbeerkranz nach r.Rückseite: PONT MAX [...] // S C. Domitianus sitzt nach l. auf einem niedrigen Podium mit zwei Gefäßen, vor ihm empfängt ein Bürger, stehend nach r. mit Kind, vom Kaiser Räucherwerk (suffimenta), dreisäuliger Tempel im Hintergrund.Kommentar: Die Münze ist untergewichtig und hat keinen deutlichen Prägerand. Die Umschrift ohne Hinweis auf die Saecularspiele ist ungewöhnlich. Bereits von J. Friedländer wurde sie als ein 'Paduaner' Giovanni Cavinos verdächtigt. - Die Saecularspiele des Jahres 88 n. Chr. haben zwei auf den Münzen dargestellte Vorspiele: Einmal die vom Kaiser veranlasste Verteilung von Räucherwerk zur rituellen Reinigung an die Bevölkerung durch die quindecimviri sacris faciundis, dann die rituelle Gabe von Früchten von den Bürgern an den Kaiser als einen der quindecimviri sacris faciundis.Literatur: Beger, Thes. Br. III 108 (dieses Stück); C. Johnson - R. Martini, Milano. Civiche Raccolte Numismatiche. Catalogo delle Medaglie II. del Secolo XVI Cavino, Bolletino di Numismatica Monografia 4.II.2. (1989) 145-147 Nr. 1618-1626 (geprägte und gegossene Exemplare). Vgl. RIC II Nr. 376 (Legende abweichend); BNat III Nr. 462 (dito). Vgl. RIC II-1² Nr. 628-631 (authentische hybride Gepräge der LVD SAEC-Serie). Vgl. zu den ludi saeculares: BMCRE II XCV-XCVI; M. Grunow Sobocinski, Visualizing Ceremony: The Design and Audience of the Ludi Saeculares Coinage of Domitian, AJA 110, 2006, 581-602.Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18211397

Drusus (Maior): Fälschung

Drusus (Maior): Fälschung

Vorderseite: [NERO CL]AVDIVS DRVSVS GERMANICVS IM[P]. Kopf des Nero Claudius Drusus nach l.Rückseite: [TI CLA]VDIVS CAES-AR AV[G P M TR P IMP P P // S C]. Claudius sitzt in der Toga nach l. gewandt auf einem Amtsstuhl (sella curulis). Er hält in der r. Hand einen Lorbeerzweig, auf dem Boden liegen verschiedene Gegenstände der militärischen Ausrüstung.Kommentar: Diese Münze ist im Stil von anderen Münzen dieses Typs abweichend und besitzt auch ein viel geringeres, eher einem Dupondius entsprechendes Gewicht, zudem weist das flaue Relief hier auf eine Gussfälschung hin (die dann wohl schon von einem gefälschten Vorbild genommen wurde). - Der Titel Pater Patriae (Vater des Vaterlandes) wurde durch Kaiser Claudius im Jahre 42 n. Chr. angenommen. Auf dieser Münze sind der Vater, Nero Claudius Drusus Germanicus (Drusus der Ältere/Drusus maior), und der Sohn, Kaiser Claudius, gemeinsam abgebildet. Die Rückseite reflektiert zwei unterschiedliche Funktionen eines Herrschers: die um ihn herum liegenden Waffen und Ausrüstung sprechen für den militärischen Bereich und die sella curulis sowie die Toga verweisen auf den höchsten Beamten im Reich.Literatur: Vgl. für typgleiche Münzen im Sesterzgewicht: BMCRE I 192 f. Nr. 208-211 (ab 42 n. Chr.); RIC I² Nr. 109 (ca. 50?-54 n. Chr.); H.-M. von Kaenel, Münzprägung und Münzbildnis des Claudius. AMuGS IX (1986) 138 ff. Nr. 1839-1884 Münztyp 72 (42-43 n. Chr.); BNat II Nr. 198-203 (42-43 n. Chr.).Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18210968