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Abendkleid "Infanta"

Ident. Nr.: 2003,KR 480

ObjID: obj:2385486

Details (Expert)

Beteiligte
Cristóbal Balenciaga (1895 - 1972)
Datierung
um 1940
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge: 133 cm

Objektbeschreibung

Der aus Spanien stammende Grand Couturier Cristóbal Balenciaga (1895–1972) war ein außergewöhnlicher Modeschöpfer, der stets die absolute Perfektion seiner Modelle anstrebte. 1939 – er hatte zwei Jahre zuvor seine spanische Heimat verlassen und ein Atelier in Paris eröffnet – zeigte Balenciaga, inspiriert von dem berühmten Gemälde „Las Meninas“ seines Landsmannes Diego Velazquez (1599–1660), die viel beachtete Kollektion „Infanta“. Darunter waren Abendkleider, die in ihrer Farbgebung und in ihrer Schnittgestaltung das extravagante weiße Hofkleid der Infantin mit schwarzem Spitzenbesatz und anliegendem Oberteil über einem weit ausgreifenden Rock zitierten.
Auch unser Kleid gehört in diese Reihe. Es ist ein taillenbetontes Kleid im Prinzessstil mit einem schulterfreien Korsagenoberteil, welches vorn gerade verläuft und im Rücken zu einer leichten Spitze herabgezogen ist. 16 schlichte, mit dem Oberstoff bezogene Knöpfe schließen das Kleid in einer durchgehenden Knopfleiste. Sie ist dekorativ mit einer schmalen gebogten Spitzenkante unterlegt, auf der aufgenähte Pailletten zusätzliche Akzente setzen. Da die Kante nur nach einer Seite weist, entsteht ein asymmetrischer Eindruck, der die strenge Linienführung auflockert. Das Kleid ist aus sechs durchgehenden Stoffbahnen gearbeitet, von denen die beiden vorderen und die beiden seitlichen etwas breiter sind und im Oberteil durch lange Abnäher ihre körpernahe Form erhalten. Ihre meisterhafte Konzeption ermöglichte Balenciaga die starke Ausformung der Hüfte bei gleichzeitiger Beibehaltung der durchgehenden Prinzesslinie. Das Kleid ist ungefüttert, ausgenommen die im Oberteil eingearbeiteten Miederstäbe und die leichte Wattierung der Büste. Mit diesem Modell hat Balenciaga eine moderne, zeitgemäße Interpretation des strengen spanischen Hofkleides geschaffen. CW

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale auf drei Schildhaltern mit Hirsch im Gehege aus dem Lüneburger Ratssilber

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Fußgestell, Zinnenring (an der Schale) und Figuren gegossen. Fußgestell außen, Schilde, Schalenrand, Fond, Kranz, Sockelmitte mit Zaun und Hirsch vergoldet, der Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails. Tragefiguren durch einen Zinnenring verbunden, der an eine Manschette gelötet ist. Auf dieser sitzt die Schale, gehalten von einem Zungenkranz. - Eine Frucht im aufgelegten Blattkranz der Schale und Geweih des Hirsches verloren.Das Gerät lehnt sich im Aufbau an die Evangelisten- und die Kirchenväterschale (Inv. Nr. 1874, 394 und 1874, 393) an. Die tragenden Schildhalter sind nach einem Modell gegossen. Im Fond der tiefen Schale getriebenes Geäst mit Blättern und Früchten (Feigen?). Im Zentrum ein Hügel mit liegendem Hirsch, umgeben von einem Flechtzaun mit überdachtem Tor und Vorhängeschloß. Aufgelegt ein Kranz aus Blättern und Früchten und vier Wappen.Eines der Wappen dürfte das des Besitzers sein, des Ratsherren Johannes junior von dem Lohe, der 1468 Sülfmeister und 1480 Kämmerer wurde (gest. 1482). Das zweite Wappen von dem Lohe verweist im Verein mit dem der Godenstede auf die Eltern, Johannes von dem Lohe (gest. 1471) und dessen erste Frau Gesche von Godenstede, das vierte Wappen ist das der Großmutter mütterlicherseits Tibbecke von Töbing, die seit 1466 Witwe war. Wie die Kämmereirechnungen verzeichnen, kam die Schale 1482 aus dem Nachlaß des Johannes von dem Lohe auf das Rathaus: "Hr. Johan vam lo 129m 9s hyrto noch syne beste suluere schale de quam vpp dat Radthus vnd wogh." Kurz wird sie im Inventar von 1555/56 erwähnt: "Ein grote sulueren schale her Johan van Loess."