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Elektrischer Wandleuchter in Form einer Frauenbüste mit Blüten

Ident. Nr.: 1898,388

ObjID: obj:2385769

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Géo Wagner,
Bildhauer*in
Ausführung: Emile Muller et Compagnie,
Keramikwerkstatt
Datierung
um 1895
Material / Technik
Steinzeug glasiert
Abmessungen
Breite: 44 cm
Höhe: 53 cm

Objektbeschreibung

Aus einem achteckigen Rahmen ist die Büste einer jungen Frau vollplastisch herausgearbeitet, so dass der obere Teil des Rahmens überdeckt ist. Die Frau blickt nach unten und hat ihren Mund halb geöffnet. Das volle Haar ist durch einen überdimensionalen Blütenkranz geschmückt. Eine Haarsträhne fällt ihr auf die Wange. In die Öffnungen einiger Blüten waren (heute verlorene) Fassungen für Glühbirnen eingearbeitet. Die Glasur ist in Grün-, Braun- und Beigetönen gehalten, teilweise lüstrierend.
An der unteren Seite rechts ist die Arbeit signiert: "Geo Wagner" und "E. Muller".
Der Wandleuchter wurde vom Berliner Kunstgewerbemuseum im Jahr 1898, neben weiteren Arbeiten, im "Hohenzollern Kaufhaus H. Hirschwald" in Berlin erworben. Das renommierte Geschäft war 1879 durch Hermann Hirschwald gegründet worden und befand sich seit 1892 in der Leipziger Straße 117. Zum Sortiment gehörten Arbeiten des Jugendstils und Art Nouveau, darunter von Henry van de Velde (der auch das 1901 neu bezogene Geschäftshaus Leipziger Str. 13 gestaltete), Otto Eckmann, und es gab Sonderausstellungen, u.a. zu René Lalique und der Wiener Werkstätte. Julius Lessing, der erste Sammlungsdirektor des Berliner Kunstgewerbemuseums, stand seit Beginn in engem Kontakt zu dem Geschäft.
Der Wandleuchter ist ein Beispiel für ein eher populär-dekoratives Ausstattungsobjekt im "modernen Stil", das technisch - durch die Elektrifizierung - auf dem neuesten Stand war.
ClKa

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa