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Großer Blumenübertopf im Neorenaissancestil

Ident. Nr.: 1906,289

ObjID: obj:2385902

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Villeroy & Boch, Mettlach (gegr. 1748),
Hersteller*in
Datierung
um 1882
Material / Technik
Steingut, bemalt und glasiert
Abmessungen
Höhe: 57 cm
Durchmesser: 68 cm

Objektbeschreibung

Großer, kraterförmiger Blumenübertopf, auf den seitlich eingerollten Henkeln sitzt jeweils ein lautespielender, plastisch gebildeter, unbemalter Putto. Ansonsten ist die Bemalung in Blau-, Grün-, Braun-, Beige- und Orangetönen gehalten. Das Hauptmotiv der Wandung bildet ein Mädchenreigen vor dichtem Blatt- und Blütenwerk. Die jungen Frauen in Renaissancetracht promenieren, unterhalten sich, sitzen auf dem Boden oder schaukeln. Die übrigen Gefäßpartien sind ornamentiert, die Konturen leicht reliefiert hervorgehoben (Presstechnik). Stilistisch orientiert sich der Dekor an der Neorenaissance, zeigt aber in dem Mädchenreigen auch Anklänge an die englische Arts & Crafts-Bewegung.
ClKa

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa