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Stehende unter Bäumen (Werknummer 1805)

Ident. Nr.: 1993,59

ObjID: obj:2386221

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Max Laeuger (30.9.1864 - 12.12.1952),
Keramiker*in
Datierung
1927
Abmessungen
Höhe: 44 cm
Breite: 17 cm
Tiefe: 8 cm

Objektbeschreibung

Stehender weiblicher Akt unter Bäumen auf kleinem Erdsockel. Die Frau hebt beide Arme zum Kopf, das rechte Bein ist ihr Standbein, das linke Spielbein hält sie etwas abgewinkelt. Sie wird eingerahmt von stilisierten Baumstämmen mit muschelförmigem Blattwerk, deren obere Partie ihr Schutz bietet. Die Farbgebung ist auf Weiß, Grün und Schwarz reduziert. Bezeichnet ist die Figur auf der Unterseite mit "M.L. 1927 Nr. 1805" (Pinselmarke).
Max Laeuger war ein vielseitiger Kunsthandwerker, der sich vor allem mit seinem keramischen Werk einen Namen gemacht hat. Seine Ausbildung in Malerei und Innendekoration erhielt er an der Kunstgewerbeschule Karlsruhe und lehrte selbst, ab 1894, an der Karlsruher Technischen Hochschule Figurenzeichnen, Aquarellieren, später Innenarchitektur und Gartenkunst (bis 1933). 1897 übernahm er die künstlerische Leitung der Tonwerke Kandern im Schwarzwald. In seinen hier entstandenen Gefäßen verbinden sich Elemente des Jugendstils mit volkstümlichen Anleihen (Schlickerdekore mit stilisierten Pflanzenmotiven). Zwischen 1921 und 1929 schuf Laeuger zahlreiche Gefäße und Baukeramik für die Karlsruher Majolikamanufaktur. Als eigenständiger Keramiker beschäftigte er sich intensiv mit dem Motiv weiblicher Aktfiguren, denen er einen verhalten-expressiven Ausdruck verlieh. Schlichte Formen und sparsam gesetzte Farbakzente verschmelzen zu einer Einheit.

Lit.: Barbara Mundt: 12 Jahre Freunde und Förderer. Julius-Lessing-Gesellschaft. Verein der Freunde des Kunstgewerbemuseums Berlin, Berlin 2000, S. 20

ClKa

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa