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Bildteppich mit einer Parkszene nach Rubens

Ident. Nr.: 1935,114

ObjID: obj:2387419

Details (Expert)

Datierung
1664
Geografische Bezüge
Material / Technik
Wirkerei in Wolle und Seide
Abmessungen
Höhe x Breite: 364 x 483 cm

Objektbeschreibung

Eintrag Konzeptbuch: Wandteppich, querrechteckig. Wirkerei in farbiger Wolle und Seide. In einer Landschaft mit weitem Ausblick ruhen im Vordergrund zwei Paare, links davon ein liegender, Figuren auf ihm und ein stehender Flötenspieler, der von einer Frau von hinten umfaßt wird. Von rechts schreiten nach der Mitte zwei Paare. Im Mittelgrund an einem Flusse spielende Paare. Im Hintergrunde rechts Schloß und links Wald durch Figuren belebt. Breite Randborte: An den Senkrechten auf bekränzten Postamenten Vasen mit reichem Blumenstrauß. Auf den Querborten in der Mitte Kartuschen, in der oberen die Jahreszahl 1664. Rechts und links von den Kartuschen Hunde. Vögel, Früchte aller Art.
Im Kunsthistorischen Mus. Wien Gemälde v. Rubens Gesellschaft im Park

Der Bildteppich ist seit dem II. Weltkrieg verschollen.
MAKR

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR